Gerald Grosz

Wöginger ist nur eine Marionette

Ein Kommentar von Gerald Grosz.  

 August Wöginger wurde nicht rechtskräftig verurteilt. Für Postenschacher. Historisch! Zum ersten Mal in der Republik hat die Justiz einem jahrzehntelang geübten Unwesen der Mächtigen eine juristische Konsequenz gezogen. Ein mutiger Schritt, wo sonst alles unter den Teppich der roten und schwarzen Herrschaft gekehrt wird.

Doch Wöginger ist nur eine Marionette. Das Sinnbild des rot-schwarzen Systems, das ÖVP und SPÖ über Jahrzehnte wie persönlichen Besitz betrachtet haben. Aus den Wirren des Krieges formten sie einen demokratischen Staat – und machten ihn zum Selbstbedienungsladen für Parteigünstlinge. Schalten und walten, das Land lähmen.

Die fettesten Posten für die größten Pfosten der fettesten Parteien. Ergebnis: Ein verfilzter, unbeweglicher, zu Tode verwalteter Parteienstaat. Alles fein aufgeteilt zwischen Rot und Schwarz. Der Bürger und Steuerzahler? Der zahlt und schweigt.

Mit dem Wöginger-Urteil, sofern es hält, wurde diesem Karren ein Riegel vorgeschoben. Gut so! Wenn Wöginger fällt, geraten hunderte andere SPÖ- und ÖVP-Postenschacher ins Straucheln. Das marode Großkoalitions-Kartell bricht zusammen. Dann endlich zählt Qualifikation statt Parteibuch. Freiheit statt Filz. Ein Neuanfang?

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