Ein Kommentar von Rudolf Fußi.
Das Urteil gegen den ehemaligen ÖVP-Klubobmann August „Gust“ Wöginger ist aus mehreren Gründen bemerkenswert, zu hart ist es keinesfalls. Das erste Mal sah man penibel dokumentiert, was man ohnehin jahrelang wusste: Es wird auf allen Ebenen postengeschachert in Österreich.
Es zählt nicht, was man kann. Es zählt, wen man kennt. Das Parteibuch ist wichtiger als die Qualifikation. Die Auswirkungen sind verheerend. Österreich ist unter anderem deshalb so miserabel geführt, weil in den Ministerien viel zu viele sitzen, deren Qualifikation nur das Parteibuch ist. Diese Dilettanten sind mitverantwortlich für den Zustand unseres Landes.
Und wir sehen es ja überall. Es wird gepackelt, Posten werden gedealt wie Drogen in den Stadtparks, meist im Verborgenen. Die Politik hat ohnehin keinen Genierer mehr, siehe ORF. „Unabhängige Stiftungsräte“ seien das. So ein Schmarrn, es sind überwiegend Parteibüttel, die auf ihre individuelle Macht und Geschäftsmöglichkeiten aus sind. Wenn man auf einem Parteitag von ÖVP, SPÖ oder FPÖ durch die Reihen geht, ab welcher Reihe verdienen dort Menschen unter 8.000 EUR brutto? Ich glaube, man muss viele Reihen durchwandern bis man Normalos trifft. So sind wir.