Norbert Darabos

Minister Darabos

Teilnahme an Libanon-Einsatz noch heuer

Bis zu 150 Soldaten sollen auf Bitte der UNO entsandt werden.

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) kann sich eine Teilnahme des Bundesheeres am UNO-Friedenseinsatz im Libanon noch in diesem Jahr vorstellen. Ein Ersuchen der Vereinten Nationen an Österreich, ab November eine Logistik-Transporteinheit aus rund 150 Soldatinnen und Soldaten für die Stabilisierungstruppe UNIFIL ("United Nations Interim Force in Lebanon") zur Verfügung zu stellen, wird gegenwärtig vom Generalstab geprüft, wie das Verteidigungsministerium am Samstag in einer Aussendung mitteilte. Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hatte bereits im Februar vorigen Jahres erklärt, dass Österreich eine UNIFIL-Beteiligung in Erwägung ziehe.

Bundesheer hat hohe Reputation im Nahen Osten
"Das Bundesheer genießt im Nahen Osten hohe Reputation und hat sich in der Region Kompetenz und Erfahrung aufgebaut. Ein zweites Standbein zusätzlich zum Golan-Einsatz ist durchaus vorstellbar", sagte Darabos laut der Aussendung. Damit würde auch das UNO-Engagement Österreichs gestärkt. Die vorgesehene Einheit solle ein Kommando/Stabselement, einen Versorgungszug, zwei Transportzüge, einen Instandsetzungszug und ein Feuerwehrelement umfassen. Alle Fahrzeuge würden durch die UNO bereitgestellt.

Der UNIFIL-Einsatz basiert auf den Sicherheitsrats-Resolutionen 425/426 (1978) und 1701 (2006). Vor fünf Jahren beschloss der Weltsicherheitsrat nach dem 34-Tage-Krieg zwischen Israel und dem Libanon eine Verstärkung von UNIFIL von vorher 2.000 auf bis zu 15.000 Blauhelm-Soldaten und eine maritime Komponente. Das Mandat der UNO-Soldaten wurde ausgeweitet, sie können notfalls Waffengewalt anwenden.

Zurzeit knapp 12.000 UNO-Soldaten im Libanon
Derzeit umfasst UNIFIL nach Angaben des Verteidigungsministeriums 11.830 UNO-Soldatinnen und -Soldaten, 342 zivile UNO-Mitarbeiter, 650 lokale Mitarbeiter und 50 Mitglieder der Beobachtermission UNTSO ("United Nations Truce Supervision Organization"). 35 Staaten sind gegenwärtig an der Libanon-Mission beteiligt: Bangladesch, Weißrussland (Belarus), Belgien, Brasilien, Brunei, Kambodscha, China, Kroatien, Zypern, Dänemark, El Salvador, Frankreich, Mazedonien (FYROM), Deutschland, Ghana, Griechenland, Ungarn, Indien, Indonesien, Irland, Italien, Malaysia, Nepal, Nigeria, Portugal, Katar, Südkorea, Serbien, Sierra Leone, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, Tansania und die Türkei.

Beim israelischen Beschuss des UNO-Beobachtungspostens in Khiam im Südlibanon waren 2006 mehrere UNO-Beobachter, unter ihnen der österreichische Bundesheer-Major Hans-Peter Lang, ums Leben gekommen. Er gehörte der UNTSO an.



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