Der Handelsstreit zwischen den USA und Europa spitzt sich weiter zu. Nach neuen Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump schlägt Österreichs Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer jetzt Alarm und warnt vor massiven Folgen für Unternehmen und Arbeitsplätze.
Konkret geht es um mögliche höhere US-Zölle auf europäische Autos und Fahrzeugteile. Laut Beichten können die Abgaben von derzeit 15 auf 25 Prozent steigen. Offiziell beschlossen ist der Schritt zwar noch nicht, der politische Druck aus Washington nimmt aber deutlich zu.
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Minister sieht „direkten Angriff“
Wolfgang Hattmannsdorfer findet dafür deutliche Worte. Sollten die angekündigten Zölle tatsächlich kommen, wäre das aus seiner Sicht ein „massiver wirtschaftspolitischer Fehler“ und ein direkter Angriff auf Europas Industrie. Besonders die Autoindustrie könnte schwer getroffen werden. Der Minister warnt vor Auswirkungen auf gesamte Lieferketten, von weniger Aufträgen bis hin zu wachsendem Preisdruck. Gerade für exportabhängige Länder in Europa könnte die Entwicklung problematisch werden.
Streit um Handelsabkommen eskaliert
Hintergrund des Konflikts ist ein Streit über das sogenannte Turnberry-Abkommen. Dieses sollte eigentlich neue Handelsregeln zwischen den USA und der EU festlegen. Die Umsetzung geriet zuletzt jedoch ins Stocken, Verhandlungen auf EU-Ebene scheiterten vorerst. Laut Verhandlungskreisen soll US-Präsident Donald Trump Europa eine Frist bis Anfang Juli gesetzt haben. Bis dahin müsse die EU angekündigte Zoll-Erleichterungen für amerikanische Industriegüter rechtlich umsetzen. Andernfalls drohten deutlich höhere Strafzölle aus den USA.
Für Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer ist das ein alarmierendes Signal. Europa dürfe sich wirtschaftlich nicht unter Druck setzen lassen, betonte er. Höhere US-Zölle könnten laut ihm nicht nur Exporte treffen, sondern ganze Produktions- und Lieferketten belasten. "Sollten die USA diese Zölle umsetzen, wäre das ein massiver wirtschaftspolitischer Fehler und ein direkter Angriff auf Europas Industrie. Die Automobilbranche steht für hunderttausende Arbeitsplätze und enorme Wertschöpfung in Europa. Diese Zölle treffen nicht nur Exporte, sondern gesamte Liefer- und Produktionsketten – mit weniger Aufträgen, mehr Preisdruck und wachsender Unsicherheit für Unternehmen in ganz Europa", so Hattmannsdorfer.
Auch Österreich wäre betroffen
Besonders brisant: Auch Österreich wäre von einer Eskalation stark betroffen. Die USA zählen zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Ein großer Teil der heimischen Exporte besteht aus Maschinen und Fahrzeugteilen. Wegen der engen wirtschaftlichen Verbindung zur deutschen Autoindustrie könnten heimische Betriebe die Folgen besonders deutlich spüren.