Offiziere als Brandstifter?

Terror-Serie beim Heer

Offiziere als Brandstifter?

Der Brandanschlag in einer Kaserne in OÖ soll der letzte Akt einer Terrorserie sein.

Das Abwehramt des Bundesheeres legt dem Minister morgen einen streng geheimen und hochbrisanten Bericht vor: Demnach könnte der Brand-Anschlag auf sieben Heeresfahrzeuge am 7. Mai auf dem Fliegerhorst Vogler in Linz-Hörsching das Werk einer konspirativen Gruppe hochrangiger Heeres-Offiziere gewesen sein.

Subversive Zelle.
Die Story klingt wie ein Krimi: Nicht ein irrer Einzeltäter oder ein frustrierter Präsenzdiener soll in einer Einzel-Aktion die Heeres-Autos abgefackelt haben. Sondern die geheime Offizierszelle soll für eine ganze Serie von Brand- und Sabotage-Fällen im Bundesheer verantwortlich sein.
Allein in Oberösterreich soll es in den vergangenen fünf Jahren bereits 20 Anschläge gegeben haben. An die Öffentlichkeit drangen nur drei, darunter der jüngste vom 7. Mai.

Nachrichtensperre.
Nach diesem schalteten sich nicht nur die Stabsabteilung 2 für Nachrichtenwesen und das Heeres-Abwehramt, sondern auch der Verfassungsschutz ein – es galt tagelang strengste Geheimhaltung. An die ursprünglich kolportierte Meldung vom jugendlichen Einzeltäter glaubt niemand mehr. Das Motiv der mutmaßlichen Terror-Offiziere: Frust über Kürzungen und die Heeresreform von Minister Norbert Da­rabos (SPÖ). Die Tätergruppe ist laut neuesten heeresinternen Ermittlungen rechtsradikal positioniert und sieht ihre Anschläge als politischen Protest.

Ein Insider: „Die Zahl der Aktivisten ist nicht ganz klar. Aber es ist eine Gruppe von hochrangigen Offizieren, die mit Anschlägen ein Zeichen gegen die Heeresreform setzen will.“ Bei einem Vorfall gab es ein bislang geheimes Bekennerscheiben.

 

Die Serie von Sabotageakten beginnt 2007 in Eferding. Erstes Ziel ist das Treffen der neun Militärkommandanten in einem Gasthof. Ein Molotow-Cocktail beschädigt die Dienstwagen der Vorarlberger und Wiener Militärchefs. An einem Baum hängt ein Schreiben: „Überdenkt, was ihr tut 2010“ – ein Hinweis auf die umstrittene Heeresreform. Seither schlugen die Täter immer wieder zu: Panzer wurden fahruntüchtig gemacht, Bremskabel an Jeeps durchschnitten, Dutzende Kasernenfenster zertrümmert. Öffentlich bekannt wurde nur der Anschlag auf zehn Heeres-Lkws in Wels 2010.

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