Edith Kollermann

Neos kritisieren aktuelle Zustände

Dienste unbesetzt: In NÖ droht ein Ärztenotstand

Der Bereitschaftsdienst basiert seit Juli des Vorjahres nur noch auf Freiwilligkeit.

NÖ. Die Neos schlagen Alarm. Beim Ärzte-Bereitschaftsdienst gebe es einen „alarmierenden Notstand“, wie Gesundheitssprecherin Edith Kollermann mitteilte. An einem Viertel aller Wochenenden und Feiertage stehe kein Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Die Krux an der Sache: Dieser basiert seit Juli des Vorjahres nur noch auf Freiwilligkeit, nachdem die zuvor im sogenannten Gesamtvertrag geregelte verpflichtende Teilnahme vom Verwaltungsgerichtshof aufgehoben wurde. Wenn sich also in einem der 135 Sprengel kein Mediziner für den Dienst findet, so bleibt dieser unbesetzt. Auf ÖSTERREICH-Anfrage teilte die Ärztekammer mit, dass speziell in der Urlaubszeit einzelne Feiertage vor Wochenenden nur schwer zu besetzen seien.

Ruhestand. Verschärft wird das Problem noch durch die anstehende Pensionierungswelle: 46 Prozent der Allgemeinmediziner im Land sind älter als 55 Jahre, 26 Prozent sogar älter als 60 Jahre. Bis 2030 wird somit rund die Hälfte aller Hausärzte in Pension gehen. Einen Teil davon sollen zukünftig die Primärversorgungseinrichtungen abdecken. Bis 2021 sollen insgesamt 14 davon entstehen, aktuell existieren aber erst drei, eine vierte folgt im April. Die Neos nehmen daher auch den zuständigen Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) in die Pflicht.



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