Pamela Rendi-Wagners Weg an die SPÖ-Spitze

Erst seit 2017 Parteimitglied

Pamela Rendi-Wagners Weg an die SPÖ-Spitze

Das Ergebnis der Mitgliederbefragung bringt eine Zustimmung der Basis von 71,4 Prozent für die Vorsitzende bei einer überraschend hohen Beteiligung von über 40 Prozent. Rendi-Wagner bleibt damit im Amt.

Wien. Erst seit März 2017 ist Pamela Rendi-Wagner überhaupt SPÖ-Mitglied. Ziemlich beachtlich also, dass sie drei Jahre später schon die Vertrauensfrage als Parteichefin stellen konnte. Im Folgenden der Weg der SPÖ-Vorsitzenden chronologisch nachgezeichnet.
 
Video zum Thema: Rendi-Wagner will "Auftrag erfüllen"
 
7. März 2017 - Der damalige Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzende Christian Kern schlägt die Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit, Pamela Rendi-Wagner, als neue Gesundheits- und Frauenministerin vor. Die Ärztin, bis dahin nur Mitglied des Bundes sozialdemokratischer Akademiker und das erst seit 2012, tritt anlässlich dieses Avancements der SPÖ bei.
 
3. August 2017 - Rendi-Wagner wird beim Bundesparteirat der SPÖ zur Listenzweiten hinter Christian Kern für die Nationalratswahl bestimmt.
 
18. Dezember 2017 - Rendi-Wagner scheidet nach der Bildung der türkis-blauen Koalition aus dem Gesundheitsministerium aus und übernimmt im SPÖ-Parlamentsklub die Rolle der Gesundheitssprecherin.
 
22. September 2018 - Die SPÖ-Bundesgremien designieren Rendi-Wagner zur Nachfolgerin von Christian Kern als Parteichefin. Die Klubführung übernimmt sie selbst von Andreas Schieder, zudem tauscht sie Bundesgeschäftsführer Max Lercher durch ihren damaligen Vertrauten Thomas Drozda aus.
 
24. November 2018 - Rendi-Wagner wird bei einem Parteitag in Wels mit 97,8 Prozent der Delegiertenstimmen zur ersten weiblichen Vorsitzenden der SPÖ gewählt.
 
9. Juni 2019 - Der erste bundesweite Wahlgang seit Übernahme der Parteiführung durch Rendi-Wagner endet für die SPÖ in einer schweren Niederlage. 23,9 Prozent holen die von Andreas Schieder angeführten Sozialdemokraten bei der EU-Wahl.
 
29. September 2019 - Mit 21,2 Prozent erzielt die SPÖ bei der durch die Ibiza-Affäre ausgelösten Nationalratswahl ein neues Rekordtief bei Bundeswahlen. Mit ihrer Aussage vom Wahlabend, wonach "die Richtung stimmt", sorgt Spitzenkandidatin Rendi-Wagner für Verwunderung. Sie bleibt im Amt, während Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda die Verantwortung für das Debakel übernimmt und vom glücklosen Wahlkampfmanager Christian Deutsch ersetzt wird.
 
28. November 2019 - Gerüchte über einen erzwungenen Rücktritt Rendi-Wagners machen die Runde. Die Parteivorsitzende kann jedoch die Landesorganisationen aus Wien und dem Burgenland hinter sich bringen und bleibt im Amt.
 
14. Februar 2020 - Rendi-Wagner düpiert das Parteiestablishment, als sie bei der schon lange geplanten Mitgliederbefragung auch eine Frage zu ihrem Verbleib an der Parteispitze durchsetzt.
 
6. Mai 2020 - Das Ergebnis der Mitgliederbefragung bringt eine Zustimmung der Basis von 71,4 Prozent für die Vorsitzende bei einer überraschend hohen Beteiligung von über 40 Prozent. Rendi-Wagner bleibt damit im Amt.
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