Rückruf-Garantie!

"Ruf mich an": Grünen-Spitzenkandidat wirbt mit Handynummer

Zwei der sechs im oberösterreichischen Landtag vertretenen Parteien haben sich in Position für die Wahl im Herbst 2027 gebracht.  

Die Spitzenkandidaten von SPÖ und Grüne sind gekürt, mit Kampagnen läuteten sie den Vorwahlkampf ein. Bei den Roten heißt es nicht nur "Martin Winkler wirkt", sie schießen sich auch auf die Blauen ein. Die Grünen gehen einen neuen Weg mit einem direkten Draht zu ihrer Nummer eins, Stefan Kaineder, wie sie am Dienstag bei der Präsentation sagten.

Erst am Samstag war Landesparteisprecher und Landesrat Kaineder zum Spitzenkandidaten gewählt worden, seit Dienstag teilt er auf Plakaten verteilt in ganz Oberösterreich, in Radiospots sowie in Print- und Online-Schaltungen seine Telefonnummer mit, unter der er in den kommenden drei Wochen persönlich zu erreichen ist. "Da Stefan - da für dich", verspricht die Kampagne. Für ihn sei es die "Fortsetzung" seiner seit Jahren laufenden Wirtshausbesuche, dass er nun mit den Oberösterreichern per Telefon in Kontakt trete.

Kaineder
© APA/KERSTIN SCHELLER

Auf den Plakaten wird folgende Telefonnummer angegeben: 0664/5076745 

Rückruf von Kaineder zugesichert

Er versicherte, persönlich abzuheben, wenn doch nur die Mobilbox anspringe, werde er binnen 24 Stunden zurückrufen. Ihm gehe es darum, das Vertrauen der Bürger in die Politik zurückzugewinnen. Und: "Politiker machen es ständig - ihre Telefonnummern weitergeben", aber die "Funktionärsparteien nur an die Vorstandsetagen und Seilschaften", wie Kaineder meinte. Er wolle mit den Oberösterreichern telefonieren, sie sollen ihm Anliegen und Ideen mitteilen.

 


 

SPÖ thematisiert Wohnen

Inhaltlich konkreter gibt sich die SPÖ. Im Zuge der Kampagne "Winkler wirkt", die vor allem startete, um den im September 2025 gewählten neuen Landesparteichef und Spitzenkandidaten bekannt zu machen, wurde nun ein Thema herausgegriffen: Das Wohnen. Die Hintergrund beleuchteten Plakate in Linz, Wels und Steyr sind farblich in rot und blau unterteilt. Oben präsentiert "SPÖ-Winkler", wie er "Wohnen billiger machen" will. Im blauen Teil prangert er "Versäumnisse" von "FPÖ-Haimbuchner" (Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner, Anm. d. Red.) an, der "Wohnen teurer macht".

Der frühe Start in einen Wahlkampfmodus dürfte wohl auch dem Umstand geschuldet sein, dass laut aktuellen Prognosen 2027 alles auf ein Duell von Schwarz und Blau um Platz eins hinauslaufe und dies bestimmendes Thema im Wahlkampf zu werden scheint. Seit 2015 haben ÖVP und FPÖ in der Proporzregierung ein Arbeitsübereinkommen, SPÖ und Grüne sind - entgegen den Fraktionen von NEOS und der MFG - mit je einem Mitglied in der Regierung vertreten. Sie versuchen offenbar frühzeitig auf sich aufmerksam zu machen, auch wenn Kaineder am Dienstag meinte, die Kampagne habe nichts mit Wahlkampf zu tun. Üblicherweise findet der Urnengang gemeinsam mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am letzten Sonntag im September in Oberösterreich statt.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten