Tabula Rasa im ÖVP-Wirtschaftsbund: Die neue Präsidentin Martha Schultz wirft alle Vizechefs raus, darunter mächtige Länderchefs.
In der Wirtschaftskammer stehen die großen Reformen nach dem Abgang von Harald Mahrer noch weitgehend aus - doch in der ÖVP-Teilorganisation, dem Wirtschaftsbund, räumt Mahrers Nachfolgerin Martha Schultz schon mal auf. Wie oe24 bestätigt wurde, hat die Tirolerin nicht nur die Generalversammlung auf 17. April vorverlegt - sie hat zudem fünf mächtigen WKO-Landespräsidenten quasi den Stuhl vor die Tür gestellt, und das angeblich mit einem schlichten E-Mail. Im Wirtschaftsbund betont man, dass der Wahlvorschlag in einer Landesobmänner-Runde Anfang März einstimmig beschlossen worden sei.
Konkret soll es an der Spitze des Wirtschaftsbundes statt fünf nur noch eine Stellvertreterin und einen Stellvertreter geben, bisher hatten fünf Personen - vier davon Männer - den Vizeposten inne. Künftig sollen Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl sowie der burgenländische Landespräsident Andreas Wirth die Stellvertreter-Ämter übernehmen.
Das bedeutet aber: Fünf mächtige Länderkammerpräsidenten, allen voran der Wiener Walter Ruck, sollen de facto degradiert werden, ein richtiger Paukenschlag, sind doch neben Ruck Schwergewichte wie Doris Hummer (OÖ), Wolfgang Ecker (NÖ), Josef Herk (Steiermark) und Peter Buchmüller (Sbg.) betroffen.
Hattmannsdorfer nicht berücksichtigt
Und auch die Wahl der neuen Chefetage des WB sorgt bei Insidern für gehobene Augenbrauen: Denn der nach oben strebende Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer - zuletzt Generalsekretär in der Wirtschaftskammer - fehlt in Schultz' Team. Die Tirolerin legt es offenbar auf einen vollständigen Bruch der Ära Mahrer an.