Schock für die ÖVP in der Osterwoche: Die Partei von Kanzler Christian Stocker fällt auf Platz 3 zurück - noch hinter die ebenfalls schwächelnde SPÖ.
Die brandaktuelle Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 (2.000 Befragte vom 23. bis 31. 3., max. Schwankung 2,2 %) schlägt im politischen Wien ein wie eine Bombe. Während die ÖVP-geführte Bundesregierung versucht, die Stimmung zu retten, zeigt die Bevölkerung der Volkspartei die kalte Schulter. Trotz der groß angekündigten Spritpreisbremse – eigentlich das Prestigeobjekt der Ampelkoalition, um den Zorn an den Zapfsäulen zu binden – schmiert die ÖVP gnadenlos ab.
Man hätte also meinen können, dass der ab 2. April künstlich gedrückte Diesel- und Benzinpreis die Umfragewerte zumindest nicht weiter nach unten befördert. Doch weit gefehlt: Die ÖVP verliert satte 3 Prozentpunkte und rutscht mit nur noch 18 % damit sogar hinter die krisengeschüttelte SPÖ (19 %, +1) auf den dritten Platz ab.
Schwarze Wirtschaftskompetenz am Boden
Das Signal der Wähler ist eindeutig: Die Menschen nehmen das Geld zwar, das Vertrauen in die Wirtschaftskompetenz der Kanzlerpartei ist aber am Boden. Es scheint, als würde die Teuerung die zum einjährigen Jubiläum mühsam inszenierten Regierungs-Erfolge einfach auffressen. Für die NEOS gilt das übrigens nur bedingt: Die kommen aktuell auf 8 % (+1), das ist zwar drei Prozentpunkte hinter den Grünen (11 %), die NEOS rücken aber wieder an ihr Wahlergebnis heran.
Trump- und Putin-Chaos nutzen der FPÖ
Die eigentliche Sensation an dieser Umfrage ist jedoch der andauernde Höhenflug von Herbert Kickl und seiner FPÖ. Mit 36 % (+-0) thronen die Freiheitlichen uneinholbar an der Spitze. Und das, obwohl die Weltlage eigentlich gegen sie sprechen müsste: In den USA zündelt Donald Trump mit seinem Iran-Krieg, was die Weltmärkte in Unruhe versetzt und Öl- wie Gaspreise explodieren lässt. Und im Osten führt Wladimir Putin seinen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine unvermindert fort.
Doch während ausgerechnet jene, die international der FPÖ nahe stehen, für Chaos sorgen, scheint das dem heimischen Wähler völlig egal zu sein oder sie erst recht in die Arme der FPÖ zu treiben. Schlechte Stimmung, die Angst vor einer Eskalation und die wirtschaftliche Unsicherheit, die dadurch entstehen, spielen der FPÖ paradoxerweise voll in die Karten. Kickl stilisiert sich erfolgreich als derjenige, der "unser Geld für unsere Leut'" fordert, während die Welt rundherum aus den Fugen gerät. Je düsterer die globale Lage, desto heller scheint die blaue Sonne über Österreich.