Politik diskutiert über Nummerntafeln für Radfahrer

ÖVP und FPÖ wollen neue Regeln

Politik diskutiert über Nummerntafeln für Radfahrer

Kennzeichnung von Radlern, etwa in Form von Nummerntafeln, soll Fahrerflucht verhindern.

Wien. Immer wieder überlegt die heimische Politik wie sich rabiate Radfahrer einbremsen lassen. Den neuesten Vorstoß wagt Dominik Schrott, für die ÖVP im Verkehrsausschuss des Nationalrates: „Ich meine, man könnte eine Kennzeichnung von Radfahrern andenken, Nummerntafeln wären ein Beispiel.“ Er will den Vorschlag ins Parlament bringen.

Toni Mahdalik von der FPÖ Wien schließt sich an: „Ich fordere das seit Jahren. So könnten wir mehr Verkehrsdisziplin erreichen.“ Er will dazu das Gespräch mit FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer suchen.

Ebenfalls auf Schrotts Wunschliste: eine Helmpflicht für Radfahrer und verpflichtende Auffrischungskurse beim Radführerschein für unter 18-Jährige.

Der Radler-Wahnsinn!

Jetzt beginnt der Rad-Boom: 85 Prozent aller Radfahrer in Österreich treten im Sommermonat Juni in die Pedale. In Wien fuhren im vergangenen Juni eine Million Radler an den 12 Zähstellen der Stadt vorbei – Rekord und dreimal mehr als im März. 
 
Mehr Fahrräder als Autos: 77 Prozent der Haushalte besitzen zumindest ein Fahrrad – so viele wie nie. Gegenüber den Autos sind sie in der Mehrheit: Sieben Millionen Fahrräder stehen 4,9 Millionen Pkw gegenüber. Und es werden immer mehr Drahtesel: Im Vorjahr wurden hierzulande 414.000 Fahrräder gekauft – ein Rekordwert seit 2010.  Auffällig: Immer mehr E-Bikes fahren in Österreich. 2017 wurden 120.500 von ihnen verkauft. Insgesamt rollen laut Verkehrsclub Österreich schon mehr 400.000 elektrisch unterstützte Fahrräder durchs Land.
 
1.050 Euro pro Fahrrad. Händler der Sport-2000-Kette meldeten im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr verkaufte E-Bikes. Auch heuer soll es so weitergehen: „Wir spüren eine ganz starke Nachfrage und müssen schauen, dass wir genug Fahrräder haben“, sagte Vorstand Holger Schwarting zu Saisonbeginn. Auch wegen der teuren E-Bikes geben wir immer mehr für Fahrräder aus: Im Schnitt bezahlen wir für ein Fahrrad 1.050 Euro. 
 
Höhere Geschwindigkeit: Aber: Unfallärzte warnen vor mehr und schwereren Unfällen durch E-Bikes. So nehme die Zahl und Schwere der Verletzungen zu, sagte Unfallchirurg Alexander Mildner auf dem verkehrsmedizinischen Symposium in Wien. Grund dafür seien die höhere Geschwindigkeit von E-Bikes und die gleichzeitig sinkende Fitness der Fahrer, so Ärzte. 
 
Strengere Regeln: Im vergangenen Jahr kamen 32 Radfahrer im Straßenverkehr ums Leben – darunter waren sieben E-Bike-Fahrer. Die neuen Bikes dürfen nur 25 km/h schnell sein und höchstens 600 Watt leisten. „Auf EU-Ebene wird diskutiert, E-Bikes versicherungspflichtig zu machen“, sagte Martin Hoffer vom Rechtsdienst des ÖAMTC. Heimische Politiker fordern noch mehr: nämlich Helm- und Kennzeichnungspflicht für Radfahrer 

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