Politik-Insider

Corona: Erster Minister will Masken-Comeback

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Neue Impfkampagne starte Mitte Oktober. Warnungen vor Triple-Epidemie. Frankreichs Gesundheitsminister sagt: "Corona leider noch keine normale Atemwegserkrankung". Und in Österreich?

Masken müssen etwas "alltägliches sein, weil sie lebensnotwendig für uns sind", sagt Frankreichs Gesundheitsminister Aurélien Rousseau. Gemeint: Er wolle ein Comeback der Masken, da Covid-Erkrankungen "leider noch keine normale Atemwegserkrankung" seien. Daher müsse der Griff zu Masken - sobald die Schule wieder starte und die Temperaturen kälter werden - eben "normal" sein, weil diese Leben schützen.

In Frankreich haben zudem erste Spitäler - etwa im Mont-de-Marsan-Spital - sogar wieder eine Maskenpflicht eingeführt. Seit Ende Juli steigen die Infektionszahlen in Frankreich - wie in den meisten europäischen Staaten - wieder an. Auch dort wird freilich wenig getestet. Vieles werde gar nicht erkannt. Aber Hospitalisierungen würden - auf derzeit noch überschaubarem Niveau - ebenfalls nach oben zeigen. Das liege auch daran, dass die Immunität - egal, ob durch Impfung oder Erkrankung - in weiten Teilen der Bevölkerung abgenommen habe.

Selbst für Risikogruppen kaum Tests erhältlich

Rousseau kündigt zudem eine neue Covid-Impfkampagne für Mitte Oktober an. In den USA geht man davon aus, dass die Vakzin-Herrsteller - Moderna und Pfizer - ab Ende September adaptierte Impfstoffe haben. Die EMA sollte diese dann relativ bald genehmigen. Ebenfalls beworben wird bereits die Influenza-Impfung - ebenfalls ab Mitte Oktober geplant - sowie RSV-Vakzine für Ältere und Kleinkinder. Der Franzose rechnet - ähnlich wie seine Kollegen in Deutschland, USA und Großbritannien - mit einer Triple-Epidemie in diesem Herbst/Winter.

Und in Österreich? Auch bei uns - das zeigen die Abwasser-Analysen deutlich - steigen die Covid-Infektionen. Hier ist es freilich zunehmend schwieriger - auch für Risikogruppen - noch PCR-Tests zu erhalten. Selbst bei Symptomen erhalten nicht alle Tests. Der Haken: Paxlovid - ein tatsächlich wirksames Medikament gegen schwere Covid-Erkrankungen - darf nur via ärztlichem Rezept verschrieben werden. Und dafür braucht es - erraten - ein positives Testergebnis.

Und was macht Rauch?

Gesundheitsminister Johannes Rauch - gerade auf "packn wir es an"-Tour durch Österreich - scheint das Thema Covid derzeit wenig zu interessieren. Die Bundesländer wissen weder, ob er eine Impfkampagne vorbereitet, noch, ob er zumindest für sensible Bereiche wie Spitäler und Pflegeeinrichtungen wieder Masken andenke.

Vielleicht sollte Herr Rauch sich ja einmal bei seinem französischen Kollegen erkundigen ...

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