Hampel verlässt Bank Austria nach Streit

Um B&C Privatstiftung

Hampel verlässt Bank Austria nach Streit

Doppelfunktion bei Bank und Stiftung hätte Interessenskonflikt auslösen können.

Der Ausstieg von Aufsichtsratschef Erich Hampel (67) ist am späten Donnerstagabend von der Bank-Austria-Mutter UniCredit bestätigt worden. "UniCredit gibt bekannt, dass Dr. Erich Hampel, Vorsitzender des Aufsichtsrates der UniCredit Bank Austria AG, mit sofortiger Wirkung aus dem Rat ausgeschieden ist und auch alle anderen Funktionen innerhalb der Gruppe zurücklegen wird", hieß es in einer Aussendung.
 
Bis zur Ernennung eines Nachfolgers werde der Vizechef Ranieri De Marchis den Vorsitz des Aufsichtsrates führen, hieß es.

Streit um B&C Privatstiftung 

Zuvor schrieb der "Standard", dass Hampel bei der Bank Austria alle seine Funktionen niederlegt. Auslöser sei der Versuch des Investors Michael Tojner, die B&C Privatstiftung zu übernehmen. Denn Hampel leitet auch den Vorstand der B&C Privatstiftung und stand damit in dem sich anbahnenden Rechtsstreit auf beiden Seiten.
 
Tojner will mit einer Gruppe von Investoren die B&C übernehmen. Über die Stiftung werden Beteiligungen an den Industrieunternehmen Lenzing, AMAG und Semperit gehalten. Laut unbestätigten Medienberichten bietet Tojner der UniCredit 100 Mio. Euro, damit sie ihm ihre Rechte als Begünstigte und Letztbegünstigte der Stiftung überlässt. Außerdem solle es 150 Mio. Euro dafür geben, dass der Stiftungsvorstand umbesetzt und für Tojner oder von ihm ausgewählte Personen geöffnet wird.
 
Aus Sicht der B&C Stiftung, die das Angebot als feindliche Übernahme einstuft, hat die UniCredit diese Rechte aber nicht mehr, da sie bereits 2008 abgegolten worden seien.