Politik-Insider

Nach Kern-Rückzug: Das blüht jetzt Babler

Das Babler-Lager sagt, Kern hätte auf Kandidatur verzichtet, weil "er keine Mehrheit hatte".

Knapp vor dem SPÖ-Parteivorstand am Freitag sei die Stimmung von Andreas Babler und den Seinen gut, hieß es seitens der SPÖ-

Der Vizekanzler und sein engster Stab – berichten Vertraute – seien „überzeugt“, dass Christian Kern bei einem SPÖ-Bundesparteitag „keine Mehrheit gehabt hätte“. Das sei, laut Babler-Umfeld der Hintergrund für den Rückzug von Kern am Mittwoch gewesen.

Babler-Lager: „Kern hatte keine Mehrheit“ 

Wie sie darauf kämen da ja eigentlich eine Mehrheit der Bundesländer bereits gegen Babler gewesen sei. „Wir haben Gewerkschaft und Frauen“, glauben die Bablerianer. 

Ganz so einfach ist die Lage freilich nicht. Diese zwei Gruppen hatten Babler beim SPÖ-Parteitag 2023 – gemeinsam mit weiten Teilen Wiens – tatsächlich zum Parteivorsitzenden der Roten „gemacht“. Damals richtete sich das freilich vor allem gegen Hans Peter Doskozil.  

Vorstandsmitglieder bleiben fern 

Beim Bundesparteivorstand ohne echte Gegenkandidaten hat Babler freilich naturgemäß nichts mehr zu befürchten. Allerdings war die Lust von einigen Teilnehmern enden wollend daran teilzunehmen. Zudem: ÖGB-Boss Wolfgang Katzian weilt derzeit in Vietnam. Nationalratspräsidentin Doris Bures ist nach New York geflogen. Und einige Ländervertreter haben ebenfalls eine enden wollende Lust nach Wien zu fahren, um auf eitle Wonne zu spielen, die „es nicht gibt“, so ein Vorstandsmitglied. 

Und wie geht es nun mit Babler weiter? „Es ist ein Paradox, aber Babler ist durch den Rückzug von Kern gleichzeitig gestärkt und geschwächt. Er wird Parteivorsitzender bleiben, aber nur aus Mangel an Alternativen“, sagt ein SPÖ-Spitzenmann.  

Tatsächlich: Der Rückhalt für Babler ist trotz formaler Lippenbekenntnisse in der SPÖ schwach. Ein Vorstandsmitglied meint: „Man wird ihm im Vorstand natürlich die vermeintliche Loyalität aussprechen und erklären, dass das alles eine mediale Debatte gewesen“ sei. Glauben werde das zwar keiner, aber so werde man versuchen die Situation zu beruhigen.

Und beim SPÖ-Parteitag am 7. März? Eigentlich wollten einige SPÖ-Länder Babler im großen Stil streichen. Jetzt könnten sie teils gar nicht erst zum Parteitag in Wien gehen oder ihn „aus Disziplin wählen“. Bei seinem letzten Parteitag erhielt er 88 Prozent der Stimmen. „Das müsste er auch diesmal erreichen“, sagen mehrere Rote.

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