Protz-Scheich kam mit drei Fliegern

Tamim gilt als Terror-Finanzier

Protz-Scheich kam mit drei Fliegern

Mit Scheich Tamim bin Hamad Al Thani war ein höchst umstrittener Herrscher in Wien.

Bescheidenheit mag für so manchen Europäer eine Zier sein – für Scheich Tamim bin Hamad Al Thani gilt das nicht. Der Mann ist Herrscher des Wüstenstaats Katar – derzeit im Clinch mit allen Staaten der arabischen Halbinseln. Ist der 39-Jährige doch engster Verbündeter des Iran, Katar gilt zudem als Finanzier des IS, der radikalen Hamas sowie von Muslimbrüdern und Taliban. Geld hat Katar genug. Das Land wird 2022 die Fußball-WM veranstalten, und Katar ist größter Exporteur von Flüssiggas – da sind Österreich und die OMV im Boot.

3 Frauen, 10 Kinder. Und so schwebte Scheich Tamim am Montagabend mit einem Airbus 330 in Wien ein – das Vorauskommando war schon tags zuvor gelandet (Airbus A340) – und ein dritter Airbus (A320) landete Minuten nach Tamim. Und wer so ein richtiger Scheich ist, der fährt nicht irgendeinen Mercedes – sondern einen Maybach S650 mit 630 PS um satte 201.818 Euro Listenpreis. Die Entourage nahm indes in rund 30 „normalen“ Mercedes-Limousinen Platz. Also doch ein Hauch von Bescheidenheit.

© APA/HELMUT FOHRINGER

VdB schenkt einen Ball. Den 1. Termin hatte der Scheich erst Dienstag – und zwar bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Der schenkte dem Scheich, der mit perfektem Oxford-Englisch auffiel, einen Fußball mit den Unterschriften aller österreichischen Teamspieler – Tamim hat’s gefallen. VdB versäumte es auch nicht, sich nach den Arbeitsbedingungen der Arbeiter auf den Stadionbaustellen in Katar zu erkundigen – hier musste Katar die Menschenrechtsstandards nach Protesten massiv anheben.

Von der Hofburg ging es dann ins Kanzleramt zu Sebastian Kurz – auch dort waren die Nahostkrise und wohl auch Menschenrechte und Antisemitismus Thema. 

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