Nach dem Wirbel um eine angebliche Milliarden-Kürzung in den Hochschulen steht fest: Die Unis bekommen 2027 und 2028 in etwa gleich viel Geld wie bisher. Allerdings fallen Goodies weg - und Inflationsausgleich gibt es ebenfalls nicht.
Eva-Maria Holzleitner war in dieser Woche wohl die meistgescholtene Ministerin des Landes. Nach einem Vier-Augen-Gespräch Holzleitners mit Rektoren-Chefin Brigitte Hütter ging diese nicht nur mit pikanten Gesprächsdetails an die Öffentlichkeit, sondern auch mit der Nachricht, dass die Unis deutlich weniger Geld bekommen sollen: statt 16,1 über drei Jahre gesehen nur 15,5 Milliarden. Hütter sprach sogar von längeren Studiendauern für Studenten und Schäden für Patienten, die wegen des Ärztemangels nicht behandelt würden: "Was jetzt mit einem Schnitt vernichtet wird, ist nur in Jahren, wenn überhaupt, wieder aufholbar." Auch von Knockout-Prüfungen, um die Zahl der Studenten zu senken, war die Rede.
Gleichzeitig meldeten sich Landeshauptleute wie Holzleitners Landsmann Thomas Stelzer und deren Parteifreund Michael Ludwig aus Wien, um gegen die Kürzungen zu protestieren. Grund genug für schlaflose Nächte also.
Nun, am Freitag rückte Holzleitner aus, um die Sicht zurechtzurücken. Fazit: Hütter hat recht - und auch wieder nicht.
Das Jahr 2028: Laut der Ministerin bleibt für die Unis 2028 - das ist das letzte Jahr der gültigen Vereinbarung - alles beim Alten, die Unis erhalten weiterhin die vereinbarten 5,19 Milliarden Euro. Allerdings: die jährlichen zusätzlichen 90 Mio. für Ärztegehälter fallen weg - zudem müssen im Bereich des Wissenschaftsressorts 23 Mio. Euro eingespart werden.
Was passiert 2029? Das wäre das erste Jahr der neuen Leistungsvereinbarung, die mit den Unis bis Oktober allerdings erst vereinbar werden muss. Im Budget stehen aber schon Zahlen: Laut Holzleitner werde der bisherige Zuschuss von 5,19 Mio. fortgeführt, allerdings wieder ohne die 90 Ärztemillionen und: Holzleitner muss in ihrem Haus zusätzlich 190 Mio. Euro einsparen, und das wird teilweise auch auf die Unis fallen. Sie sei sehr bemüht, zusätzliche Mittel aufzutreiben, so ersparten sich die Unis 30 Mio. aus der Lohnnebenkostensenkung, weitere 60 Mio. seien vom Vermieter BIG für die Universitäten drinnen.
Frauen- und Wissenschaftsministerin Holzleitner (SPÖ) am Freitag, 22. Mai 2026, im Rahmen eines Hintergrundgesprächs zum Thema "Doppelbudget" in Wien.
Unis drohten sogar mit Streik
Holzleitner war bemüht, zu betonen, dass sie auf Seiten der Unis steht. "Die Wissenschaft ist für diese Regierung zentral." Dass die Unis mit dem Gesagten nicht beruhigt sein werden, ist ihr aber auch klar: "Ja, es wird wohl die Proteste geben." Auch von Streik war die Rede,
Teuerungsausgleich fällt aus
Hauptproblem für die Unis ist wohl, dass es keinen Teuerungsausgleich geben wird - das bedeutet: Die Unis erhalten zwar in etwa gleich viel - gleichzeitig rennen ihnen aber die Kosten davon. Nicht zuletzt forderte Hütter insgesamt 18 Milliarden über drei Jahre hinweg - bekommen wird sich offenbar nur etwas mehr als 15,5.
Höhere Studiengebühren sind "rote Linie" für Holzleitner
Das fehlende Geld bei den Studenten zu holen und die Studiengebühren von 363 Euro pro Semester anzugehen, lehnt die Ministerin übrigens ab. Auch bei den Studienbeihilfen werde nicht gespart, so Holzleitner.