Eine Woche nach den großen Ampel-Feierlichkeiten wäre die Regierungsmehrheit auch schon wieder weg.
94 Mandate - zwei mehr als nötig. Das hätte die Ampelkoalition vergangene Woche auf die Mandatswaage gebracht - durchaus ein Lichtblick ein Jahr nach Start der ersten Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS. Das hat sich in der brandaktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 2. bis zum 10. 3., max. Schwankung 2,2 %) doch deutlich geändert.
Statt zuletzt 23 % weist Lazarsfeld die Kanzler-Partei ÖVP nunmehr mit nur noch 20 % aus, ein regelrechter Absturz von 3 Punkten also. Die Gründe sind wohl nicht nur im Rücktritt des als ÖVP-Mann punzierten ORF-Generaldirektors Roland Weißmann zu suchen, vor allem die Dauerthemen Spritpreis und damit Inflation haben die Ampel mit dem andauernden US-Angriff auf den Iran wieder eingeholt. Und auf die - denkbar halbherzigen - Spritpreismaßnahmen haben sich die Ampelchefs ja erst am Mittwoch geeinigt, also nach dem Erhebungszeitraum der Umfrage.
Babler-SPÖ bleibt unter 20 %
Fazit: Die Kanzlerpartei liegt jetzt nur noch einen Prozentpunkt vor der SPÖ, die mit 19 % nach dem mittelschwachen Parteitagsergebnis für SP-Chef Andreas Babler ebenfalls unter ihrem Wahlergebnis bleibt.
Und auch die NEOS tun sich weiter schwer: Mit nur 8 % würden sie im Fall einer Neuwahl erneut ihren 9 % von der Nationalratswahl 2024 nachlaufen. Anders die Grünen, die mit 10 % mehr Zuspruch als im September 2024 hätten.
FPÖ würde Wahl klar gewinnen
Es ist eigentlich nicht notwendig zu erwähnen: Überlegener Sieger im Fall einer Neuwahl wäre die FPÖ, die wie festgeklebt bei 36 % hält - also in Höhen, die seinerzeit noch Sebastian Kurz als türkiser Wunder-Wuzzi erreichte. Parteichef Herbert Kickl braucht dafür eigentlich nichts zu tun, als in der Opposition alles zu verteufeln, was die Ampelregierung macht.
Jubeln könnte neben Rechtsaußen aber auch die extreme Linke: Mit 4 % wäre die KPÖ knapp, aber doch im Nationalrat. Und das erstmals seit fast 70 Jahren.
Ampelmehrheit wäre weg
Nun, genau dieser Einzug der KPÖ ist geeignet, den Ampel-Chefs die Schweißperlen auf die Stirne zu treiben. Ohne KPÖ im Nationalrat könnte die Ampel eine Regierungsmehrheit halten. Mit KPÖ im Nationalrat allerdings kämen ÖVP, SPÖ und NEOS nur auf 89 Mandate - das sind gleich drei Mandate zu wenig.