Die ÖVP fällt hinter die SPÖ zurück, die Ampelkoalition hätte bei einer Neuwahl keine Mehrheit mehr.
Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Da peitscht die Ampel-Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS pünktlich zum 2. April eine Spritpreisbremse durch – ein echtes Prestigeobjekt, das den Zorn an den Zapfsäulen eigentlich ersticken sollte. Doch was macht der Wähler? Er nimmt das günstigere Benzin dankend an und zeigt der Kanzlerpartei trotzdem die eiskalte Schulter.
Teuerung frisst alleAmpel-PR-Erfolge auf
Die ÖVP schmiert gnadenlos ab: Minus 3 Prozentpunkte! Mit nur noch 18 % landet die Volkspartei in der aktuellen Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 (2.000 Befragte vom 23. bis 31. 3., max. Schwankung 2,2 %) am harten Boden der Realität – und das sogar noch hinter der SPÖ, die sich trotz eigener Baustellen mühsam auf 19 % (+1) rettet. Wirtschaftskompetenz? Fehlanzeige! Das einjährige Jubiläum dieser ungleichen Dreier-Ehe war als großes Fest der Stabilität inszeniert, doch die Teuerung frisst die PR-Erfolge einfach auf. Die Leute glauben nicht mehr an das wirtschaftliche „Mastermind“ in Schwarz.
NEOS stabil. Für die Pinken sieht es zumindest in der aktuellen Woche etwas freundlicher aus: Die NEOS klettern auf 8 % (+1). Sie knabbern zwar noch am Vorsprung der Grünen (11 %), bewegen sich aber zielstrebig wieder auf ihr Wahlergebnis zu. Währenddessen darf sich die SPÖ über den zweiten Platz freuen – allerdings weniger aus eigener Kraft, sondern nur, weil die ÖVP im Keller das Licht nicht findet.
Blaues Wunder: Kickl thront an der Spitze
Die eigentliche Sensation ist aber die totale Dominanz von Herbert Kickl. Die FPÖ thront mit 36 % (+-0) uneinholbar an der Spitze. Das ist fast schon unheimlich, wenn man sich das Weltgeschehen ansieht:
- Trump-Faktor: In den USA zündelt Donald Trump mit seinem Iran-Krieg, die Weltmärkte zittern, Öl und Gas werden zum Luxusgut.
- Putin-Krieg: Im Osten wütet Wladimir Putin weiterhin in der Ukraine.
Man sollte meinen, die Nähe der Freiheitlichen zu diesen „starken Männern“ würde den Wähler abschrecken. Aber Denkste! Paradoxerweise treiben das globale Chaos und die Angst vor einer Eskalation die Österreicher erst recht in die blauen Arme.
Für die Mehrheit im Nationalrat bedeutet das, dass die Ampel aktuell auf 90 Mandate käme - zum Regieren wären allerdings 92 nötig, die Regierung Stocker würde bei einer Neuwahl die Mehrheit verlieren.
Fazit: Während die Dreier-Koalition versucht, mit Milliarden-Pflastern die Wunden der Inflation zu kleben, reicht Kickl ein einziger Slogan: „Unser Geld für unsere Leut’“. Je mehr die Welt rundherum aus den Fugen gerät, desto heller strahlt die blaue Sonne über der Alpenrepublik. Und die Ampel hätte im Fall einer Neuwahl keine Mehrheit mehr.