Erkenntnis des VfGH

Ende für Verbot der Schutzhundeausbildung: Innenministerium erfreut

"Durch die Aufhebung der Verordnung können Schutzhunde nun wieder in Österreich gezüchtet und ausgebildet werden"

Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH), welches das Verbot der Schutzhundeausbildung gekippt hat, erfreut das Innenministerium. "Durch die Aufhebung der Verordnung können Schutzhunde nun wieder in Österreich gezüchtet und ausgebildet werden", hieß es am Freitag via Aussendung. Laut Innenministerium waren Diensthunde von Polizei und Militär zwar von den Regeln in der Verordnung ausgenommen. Heimische Züchter hätten allerdings die Zucht geeigneter Hunde eingestellt.

Daher hätten Behörden auf Tiere "von ausländischen Züchtern zurückgreifen" müssen. "Dadurch wäre auch das privat erworbene Wissen im Schutzdienst erheblich eingeschränkt und damit auch der künftige Dienstbetrieb mit ausgebildeten Hunden beeinträchtigt worden", betonte das Innenministerium. "Die rechtliche Absicherung und damit die Sicherung der Zuchtbasis für Polizeidiensthunde ist entscheidend für die Sicherheit Österreichs, denn eine exzellente Polizeidiensthundeeinheit ist untrennbar mit einer starken heimischen Zucht und Ausbildungskompetenz verbunden. So kann garantiert werden, dass unsere vierbeinigen Partner im Dienst für die Bevölkerung auf höchstem Niveau agieren können", sagte Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit.

Auch Bundesheer glücklich

Auch im Bundesheer freut man sich über die Aufhebung des Verbots. Damit "wurde eine wichtige Grundlage für die Beschaffung und Ausbildung unserer Militärhunde gesichert. Diese Entscheidung stärkt nicht nur die heimische Verfügbarkeit geeigneter Hunde, sondern sichert auch die hohe Qualität von unseren zukünftigen Hundeführern", betonte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). Probleme beim Ankauf von Hunden seien Anfang 2026 deutlich geworden: von sieben potenziellen Militärhunden habe man nur einen in Österreich beschaffen können, hieß es in einer Aussendung. Das Bundesheer betreibt im burgenländischen Kaisersteinbruch (Bezirk Neusiedl am See) ein Militärhundezentrum für die Zucht, die Ausbildung, den Einsatz und die Überprüfung von Diensthunden in ganz Österreich.

Die am Donnerstag als gesetzwidrig aufgehobene Verordnung sah ein Verbot von gegen den Menschen gerichteten Beiß- und Angriffstrainings im privaten Bereich vor. Die heimische Polizei verfügt über rund 400 Diensthunde, die als Schutz- und Stöbertiere ausgebildet sind. Je nach Eignung folgt im Bedarfsfall eine weiterführende Spezialisierung: als Sprengstoffspürhunde, Suchtmittelspürhunde, Personenspürhunde, Brandmittelspürhunde, Leichen- und Blutspurenspürhunde oder auch als Datenträger-/Banknoten- und Dokumentenspürhunde.

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