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Regierung

Umfrage-Zeugnis nach einem Jahr: Ampel muss um Mehrheit zittern

Am kommenden Dienstag feiert die Ampelkoalition ihren einjährigen Geburtstag. Seit der Nationalratswahl haben ÖVP, SPÖ und NEOS zusammen fast 10 Prozentpunkte verloren - das ist ein Fünftel ihrer Wählerinnen und Wähler.

Die Spitzen der Ampelkoalition feierten schon am Donnerstag für die Medien ihr einjähriges Jubiläum - und stellen sich ein positives Zeugnis aus. Die Bevölkerung sieht das doch deutlich anders. Gut, man hat tatsächlich unpopuläre Maßnahmen wie Sparpakete schnüren müssen, auch die Bekämpfung der Inflation verlangte den Österreicherinnen und Österreichern einiges ab. Trotzdem: Der Vertrauensverlust ist wohl einzigartig. Die Koalition verlor laut der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 16. bis 24. 2., max Schwankung 2,2 %) in eineinhalb Jahren fast zehn Prozentpunkte Wähleranteil - also ein Fünftel ihrer Stimmen.

Umfrage-Zeugnis nach einem Jahr: Ampel muss um Mehrheit zittern
© oe24

FPÖ führt. Die Verweigerung von FPÖ-Chef Kickl, in eine Regierung zu gehen, zahlt sich aus. Seine Partei muss keine unpopulären Maßnahmen verkaufen, hat sich von den mit der ÖVP verhandelten Sparmaßnahmen flugs distanziert - und holt mit einem rabiaten Oppositionskurs immer mehr Wählerinnen und Wähler ab: Die FPÖ verliert in dieser Woche zwar einen Prozentpunkt - mit 36 % liegt sie aber deutlich vorn. Und klar über dem Wahlergebnis vom September 2024, damals hatte Kickl knapp unter 29 %.

Die Ampelparteien zahlen dafür die Zeche für die notwendige Budgetsanierung. Zweitstärkste Partei ist die ÖVP, die Kanzlerpartei kommt allerdings nur auf 22 %. Gut, vor einer Woche waren es noch 20 % gewesen - von Platz 1 trennen Christian Stockers Schwarze allerdings weiterhin 14 Prozentpunkte, das sind in der Politik Welten.

SPÖ am Boden. Noch schlimmer erwischt es die SPÖ: Ein Wert von 16 % ist der schlechteste Umfragewert in der oe24-Umfrage überhaupt. Dabei hatte man schon bei der Wahl 2023 mit 21,14 % ein historisch schlechtes Wahlergebnis eingefahren. Für Babler ist das wenige Tage vor dem Wahlparteitag eine Hiobsbotschaft.

Auch für die NEOS sah die Welt schon pinker aus. Gut, 9 % (+1) entsprechen dem letzten Wahlergebnis, die Grünen sind mit 10 % (+1) aber ein bisschen besser.

Mini-Mehrheit zum Geburtstag

Immerhin: Das Plus von ÖVP und den NEOS sowie die Tatsache, dass die Kommunisten bei einer Neuwahl im Gegensatz zur Vorwoche mit 3 % nicht in den Nationalrat einziehen könnten, würden der Ampel ausgerechnet an ihrem Geburtstag eine Mehrheit bescheren. Die fiele allerdings mit 92 Mandaten denkbar gering aus. Zur Erinnerung: Im aktuellen Parlament sitzen 110 Ampelabgeordnete. Um gleich 18 Mandatare weniger wären es, wenn die Wahl am Sonntag wäre. 

Umfrage-Zeugnis nach einem Jahr: Ampel muss um Mehrheit zittern
© oe24

Und auch in der Kanzlerfrage führt Herbert Kickl. SPÖ-Chef Babler wurde inzwischen auch von Beate Meinl-Reisinger über- und von der Grünen Leonore Gewessler eingeholt.

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