Knapp vier Millionen Haushalte hat Österreich. Für viele wird der Alltag unleistbar. Jeder Haushalt gibt im Schnitt heuer um 227 Euro mehr pro Monat aus.
Wien. Die Preisexplosion bei fast allen Waren wird immer extremer. Gestern schockierte die Zwischenrechnung der Statistik Austria: Im März schossen die Preise erneut im Durchschnitt um 6,8 % (im Vergleich zum März 2021) in die Höhe. Den finalen Preis-Turbo verursacht derzeit die russische Invasion in die Ukraine.
ÖSTERREICH recherchierte in den Archiven der Statistik Austria. Die letzte große Studie zu den genauen Ausgaben der Haushalte basiert auf den Daten von 2019/2020. Damals gab ein Haushalt (im Schnitt 2,2 Personen) pro Monat 3.250 Euro für Wohnen, Essen und Co. aus.
Mehrkosten. Rechnet man die Inflation des Jahres 2021 (2,8 %) und den aktuellen Wert von 6,8 % hinzu, geben wir heuer pro Monat 3.568,2 Euro aus. Das ergibt – im Vergleich zum Vorjahr – Mehrausgaben von 227 Euro pro Monat oder von 2.726 Euro für das ganze Jahr! Das ist mehr als der Durchschnitts-Netto-Lohn in Österreich (2.182 Euro).
Lebensmittel stehen vor nächstem Preis-Sprung
„Deutlich teurer“. Für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke geben wir hochgerechnet mehr als 430 Euro monatlich aus. Das sind um 27 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Doch auch diese rasant gestiegenen Preise drohen, schon bald weiter in die Höhe schnalzen.
Für Deutschland kündigte der Supermarkt-Gigant Rewe (betreibt bei uns etwa Billa) gestern anstehende Preiserhöhungen an. „Wir sind mit einer Vielzahl von steigenden Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik sowie Preiserhöhungen der Lebensmittelindustrie und Lieferanten konfrontiert“, sagte ein Sprecher. Wenige Tage zuvor hieß es aus der Aldi-Zentrale, dass Fleisch, Wurst und Butter „deutlich teurer“ werden.
„Auffangen“. Aldi betreibt in Österreich Hofer. Hier heißt es zu ÖSTERREICH: „Bevor es zu Preiserhöhungen kommt, prüfen wir alle Möglichkeiten, Mehrkosten anderweitig – auch durch Reduktion unserer Marge – aufzufangen. Nur wenn es nicht mehr möglich ist, die gestiegenen Kosten abzufedern, müssen wir Preisanpassungen vornehmen.“
Ein Ende der Preis-Spirale ist nicht zu sehen. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria: „Wenn die Energiepreise noch stärker steigen aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine, dann steigt die Inflation noch weiter. Möglicherweise auf bis zu 9 oder 10 %.“