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Machtverlust

Schüssel wird in ÖVP scheibchenweise demontiert

Am Montag übernimmt Josef Pröll den ÖVP-Klubvorsitz – es ist dies der Beginn einer scheibchenweisen Demontage Wolfgang Schüssels.

Schon in der letzten Klubsitzung sagte Schüssel kein Wort mehr. Kein Wunder, dem Alt-Kanzler, der auch nach der Wahlniederlage 2006 als Klubobmann in der ÖVP die Richtung vorgab, schwimmen die Felle davon. Am Montag wird der neue ÖVP-Chef Josef Pröll zum neuen Klubchef gewählt. Das ist ein Teil von Prölls Salamitaktik zur Entmachtung des Ex-Kanzlers – er lässt Schüssel damit keine Chance: Gegen den amtierenden Parteichef kann keiner kandidieren und auch keinen Getreuen in Stellung bringen. Der neue starke Mann im ÖVP-Klub steht indes fest: Wirtschaftsbund-General Karlheinz Kopf hätte schon 2006 Klubchef werden sollen, wenn er nicht in die Regierung kommt, hat er den Job fix. Ob Kopf morgen schon als Klubvize in Stellung gebracht wird, ist noch offen.

Machtinsignien weg
Zudem hat ein skurriles Tauziehen um Machtinsignien begonnen: Schüssel würde gern – zusammen mit seiner Vertrauten Ursula Plassnik (sollte sie nicht mehr Ministerin werden) – ein großzügiges Büro im edlen Wiener Palais Epstein beziehen. Obwohl es einen Aufstand unter den derzeit dort untergebrachten 35 (!) parlamentarischen Mitarbeitern gibt, beharrte Schüssel bis zuletzt auf dem Umzug. Ebenso wie auf seinem persönlichen Mitarbeiterstab.

Dass Schüssel das alles behält, wird in der ÖVP inzwischen ausgeschlossen. Denkbar sei, dass dem Altkanzler – wie schon für Alois Mock – still und leise ein Büro samt Sekretärin auf Parteikosten eingerichtet wird. Einen Platz in einer vorderen Reihe des Plenarsaals soll Schüssel entgegen ersten Meldungen ebenfalls nicht bekommen.

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