Strache

Noch mehr Spesen-Vorwürfe:

Ehemalige Büroleiterin belastet Strache

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Karin S. sagte aus, dass sie private Ausgaben HC Straches über die Partei abrechnete. 

Die ehemalige Büroleiterin Straches Karin S., die am 25. September 2019 als Beschuldigte einvernommen wurde, hat ihren Ex-Chef schwer belastet, wie aus den Zeugenaussagen hervorgeht, die ÖSTERREICH vorliegen. Wie bereits berichtet, habe der Ex-FPÖ-Chef - den Einvernahmeprotokollen zufolge - private Spesen um Zehntausende Euro – darunter Gucci-Rechnungen, die Reinigung des privaten Whirpools, Nachhilfestunden für seine Kinder und andere private Dinge – via Umwege der FPÖ verrechnet. Es gilt die Unschuldsvermutung. Strache dementiert diese Vorwürfe – es wird wegen des Verdachts der Untreue gegen ihn in diesem Fall ermittelt – und beschuldigt wiederum seinen ehemaligen Vertrauten Oliver R., dieses System der angeblichen Scheinrechnungen ohne sein Wissen und für eigenen Profit gemacht zu haben.

ÖSTERREICH liegt die Zeugenaussage vor

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Ehemalige Büroleiterin belastet Strache
× Ehemalige Büroleiterin belastet Strache

Karin S. sagte aus, dass sie generell "drei Stellen zur Verrechnung" gehabt hätte. Einmal die Landesgruppe Wien, den freiheitlichen Parlamentsklub und die FPÖ-Bundesgeschäftsstelle. "Ich habe versucht, die mir von den Chauffeuren, Sicherheitsleuten vorgelegten und meine eigenen Rechnungen der jeweilig zuständigen Stelle zuzuteilen. Wenn private Rechnungen, die mit der politischen Tätigkeit des Herrn Strache nichts zu tun hatten, z.B. Rechnungen eines Skiverleihs im Winterurlaub und das Hotel vorgelegt wurden, habe ich diese meiner Erinnerung nach zurückbekommen."

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Ehemalige Büroleiterin belastet Strache
× Ehemalige Büroleiterin belastet Strache

"Mit diesen Rechnungen ging ich zum ‚Chef‘, (gemeint ist Strache, Anm.) und dieser sagte mir, geh zum O. und dieser soll sie umwandeln. Damit meinte er, statt dieser privaten Rechnung soll eine Essensrechnung vorgelegt werden, die den Anschein einer Verbindung zu einer politischen Veranstaltung oder Tätigkeit erweckte. Er rechtfertigte dies mir gegenüber so, dass er meinte, dass er sich sowieso auch während des Urlaubs mit Funktionären und Parteimitgliedern zusammengesetzt hat."

Rechnungen getauscht

Dann beschreibt Karin S. den Tausch von Rechnungen: "Wenn R. für HC Strache privat einkaufen war, z. B. beim Merkur, dann wurde diese Rechnung gegen eine Restaurant-Rechnung ausgetauscht. Ich selbst habe diesen Austausch nicht vorgenommen, sondern R. Ich habe diese Restaurant-Rechnungen für mich korrekt gesammelt und wie gewohnt weitergeleitet."

"Ich fragte bei dieser Besprechung Strache, was ich mit den Putzfrauenrechnungen schlussendlich machen sollte, worauf sich Hr. R. angeboten hat, die Rechnungen "umzuwandeln". Er sagte, er würde stattdessen eine Essensrechnung bringen, Strache sagte sinngemäß "ok, machen wir es so". Ich dachte mir schon, dies sei nicht ganz korrekt, habe aber schlussendlich nichts dazu gesagt, weil ich dachte, dass mir hier ein Einwand als einfache Assistentin nicht zusteht."

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Ehemalige Büroleiterin belastet Strache
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Schlammschlacht. Der eine – Heinz-Christian Straches einstiger Bodyguard und Sicherheitschef Oliver R. – soll eine „Lebensbeichte“ vor den Ermittlern abgelegt haben. Zumindest deuten seine Einvernahmeprotokolle in Sachen mutmaßliche Scheinspesen des Ex-FPÖ-Chefs daraufhin.

Vorwürfe seit 2015 in der blauen Welt bekannt

System? Die FPÖ Wien – diese hat zugegeben, Strache über viele Jahre hinweg auch einen hohen Mietzuschuss für sein Haus bezahlt zu haben – wird als Geschädigte geführt. Gänzlich neu dürften die Vorwürfe für die Wiener Freiheitlichen freilich nicht sein. Bereits 2015 wurde nach einer anonymen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien diesen Verdachtsmomenten kurzfristig nachgegangen. Allerdings kam damals – Strache war zu dieser Zeit unumstrittener FPÖ-Boss – nichts raus. Eine neuerliche anonyme Anzeige im September 2019 sowie Abhörmaßnahmen rund um das Ibiza-Video sollen die Ermittler nun weitergebracht haben.

In Kreisen der FPÖ – Strache soll laut Ermittlungsakt mitunter sein Spesenkonto in Höhe von 10.000 Euro darüber hinaus überzogen haben – regt sich auch Empörung über das „System dahinter“. Ein Blauer, der nie dem „Strache-Clan“ angehört hatte, meint: „Wer hat das alles abgesegnet? Wieso ist das den Verantwortlichen in Wien nicht früher aufgefallen?“ Gute Frage. 

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