Streit um Rauswurf aus Euro

Spindelegger-Vorstoß

Streit um Rauswurf aus Euro

Spindelegger will Euro-Rauswurf - Adressaten der Idee Griechenland und Spanien.

Wien, Salzburg. Strache will einen harten Nord-Euro. Frank Stronach den Schilling wieder. Und ÖVP-Chef Michael Spindelegger will die EU-Verträge so ändern, dass man „schlimme“ Euroländer aus der Währungsunion hinauswerfen könnte. Die Adressaten dieser Idee sind bekannt. Griechenland, Spanien und Co.
Spindeleggers Vorstoß im ÖSTERREICH-Interview ließ gestern buchstäblich halb Europa erbeben. Dazu kam, dass der finnische Außenminister Erkki Tuomioja davon sprach, dass Europa besser ohne den Euro dastehe – eine Aussage, die er dann später zerknirscht zurückzog.

Gefährliche Zündelei auf Kosten der Euro-Rettung
Wie auch immer. Es wird mit einem Euro-Aus spekuliert – und das lässt angesichts der Krise alle Alarmglocken zwischen dem Nordkap und Sizilien schrillen, sehen doch viele darin schlicht eine Zündelei.

■ Nein von Faymann:­ Spindel­eggers Vorstoß – wohl eher innenpolitisch motiviert – ließ sofort Regierungspartner und Kanzler Werner Faymann ausrücken: Die negativen Folgen würden allfällige Vorteile „bei weitem übersteigen“, so Faymann. Einen „Rauswurf“ könne er daher nicht empfehlen. SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder warf Spindelegger offen vor, nur in Richtung Stronach und Strache zu schielen.
■ EU-Nein:­ Sogar die EU-Kommission sah sich zum Einschreiten veranlasst: Der Euro sei „unumkehrbar“ – basta.
Spindelegger ließ sich nicht irritieren, wiederholte seinen Vorstoß auch noch: „Die EU muss Zähne zeigen dürfen“, sagte er beim „Trilog“ in Salzburg.
Allerdings: Ob der Vorstoß der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gefällt, ist fraglich: Sie bereitet gerade eine Kehrtwende der deutschen Euro-Politik vor.

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