UniBrennt '10

Studenten versprechen Unis "heißen Herbst"

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Finanzminister Pröll stellt den Unis mittlerweile mehr Geld in Aussicht.

Finanzminister Josef Pröll (V) hat den Unis am Mittwoch im Nationalrat mehr Geld in Aussicht gestellt, daran aber Bedingungen geknüpft. "Ich bin überzeugt, für die Universitäten müssen wir zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen", betonte Pröll. Dafür müssten jedoch grundsätzliche Reformen und Zugangsregeln angegangen und mehr Transparenz bei den Finanzströmen geschaffen werden. Die Universitätenkonferenz (uniko) fordert nach diesen Worten auch Taten, die HochschülerInnenschaft (ÖH) kündigt an, weiterhin Druck für die Ausfinanzierung der Unis zu machen: "Mit Beruhigungspillen lassen wir uns nicht abspeisen."

Auftakt
Geht es nach der ÖH und den ehemaligen Hörsaalbesetzern von "#unibrennt", sollen die gestrigen Demonstrationen mit mehreren tausenden Teilnehmern in Wien, Graz und Salzburg und die kurzfristige Besetzung des Audimax der Uni Wien mehr als nur ein kurzes Aufflackern der Studentenproteste vom vergangenen Herbst gewesen sein. "Das war nur ein weiterer Startpunkt in einen heißen Uni-Herbst", so ÖH-Chefin Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS).

Mehrere hunderte Studenten
Dass die ehemaligen "Audimaxisten" noch immer mobilisieren können, hat sich bei den gestrigen "alternativen Vollversammlungen" an der Uni Wien gezeigt. Zeitweise waren mehrere hundert Studenten in den größten Hörsaal der Uni Wien gekommen um diesen zumindest vorrübergehend zu besetzen. Über Nacht blieben dann allerdings nur noch rund zehn Personen im Hörsaal, die von der Polizei zu Vorlesungsbeginn hinauseskortiert wurden.

Auch zu einer Demonstration von "#unibrennt" am Vormittag kamen nur rund 50 Personen. Diese zogen nach einer rund einminütigen Blockade des Rings in Richtung Wissenschaftsministerium, vor dem Burgtheater wurden einige Teilnehmer der nicht angemeldeten Demo von der zahlenmäßig deutlich überlegenen Polizei eingekesselt und ihre Personalien aufgenommen.

Plenum an der Bildenden
Für heute, Mittwoch, Nachmittag um 16 Uhr hat "#unibrennt" spontan zu einem Plenum in der Aula der Akademie der Bildenden Künste eingeladen. Dort wollen die Studenten "an die Forderungen der Besetzer_innen des letzten Jahres anschließen und auf diesen beharren". Auch zwei weitere Termine sind bereits fixiert: Am Freitag (22.10.), dem einjährigen Jubiläum der Audimax-Besetzung, wird es bei der Feier in der Arena ein Plenum geben, am 27. Oktober folgt ein "großes Plenum" an der Technischen Uni (TU) Wien. Für die Zeit dazwischen sollen ebenfalls Aktionen geplant werden.

Die Proteste dürften sich allerdings fast ausschließlich auf Wien konzentrieren, in den übrigen Universitätsstädten ist es vorerst ruhig - und das dürfte auch so bleiben. War die Inbeschlagnahme des größten Hörsaals der Uni Wien vor fast genau einem Jahr noch Auftakt einer Welle von Hörsaalbesetzungen im ganzen Land gewesen, heißt es diesmal bei einem APA-Rundruf aus den Bundesländern: Es gab keine Besetzungen nach den gestrigen Vollversammlungen und es sei auch nichts geplant.

"Ich halte Besetzungen an den Universitäten zu diesem Zeitpunkt sowieso für nicht dienlich", sagte der Vorsitzende der HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Klagenfurt, Stefan Sagl, am Mittwoch gegenüber der APA. Sein Alternativvorschlag: "Man könnte ja der Budgetklausur der Bundesregierung in Loipersdorf (beginnt am Freitag, Anm.) einen Besuch abstatten."

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