Politik-Insider von Isabelle Daniel
Warum "Mücke" plötzlich pro Offnung redet
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Ärger. Dass Bundeskanzler Sebastian Kurz 48 Stunden nach den ersten großen Lockerungen vergangene Woche bereits von weiteren Öffnungsschritten redete, ärgerte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Warum er öffentlich widersprach und in einen Infight mit den Türkisen ging, war hingegen vielschichtiger:
Er selber fürchtete, dass sich die Menschen an die derzeitigen Verordnungen noch weniger halten würden, wenn nur noch von Öffnungen die Rede sei.
Teile seines Teams befürchteten zudem, dass Mückstein in eine ähnliche Falle gehen könnte wie sein Vorgänger Rudolf Anschober. Dieser habe „immer nur abnicken müssen, was Kurz sagte“.
Er solle Konter geben und damit an Profil gewinnen. Offenbar rechnete man aber nicht mit der Heftigkeit der Reaktionen seitens der ÖVP.
Öffnungsplan stammt aus Gesundheitsressort
Wende. Warum aber dann die Wende in der ZiB 2 am Montag? Die ÖVP habe angefangen, Mückstein als „Spielverderber und Bremsklotz für Öffnungen“ zu brandmarken. Das wollten die Grünen nicht. Die Wende – von „Entbehrlich, über Öffnungen zu reden“ zu „Bereits am 10. Juni öffnen“ von Mückstein war freilich selbst grünen Strategen zu radikal. Ironie am Rande: Die Öffnungen, von denen Kurz redete, entstammten einem Papier aus dem Gesundheitsressort. Nur diese hätten erst am Freitag präsentiert werden sollen.
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