Die Nachfolge von Harald Mahrer als WKO-Chef könnte bereits bald entschieden werden.
Eine ordentliches Gehaltsplus für die WKO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sowie saftige Gagen-Erhöhungen für Funktionärinnen und Funktionäre kosteten WKO-Chef Harald Mahrer seinen Posten. Auch seine Ämter als Nationalbank- sowie Wirtschaftsbund-Präsident gibt er zurück.
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ÖVP-Chef und Bundeskanzler Christian Stocker hat ein hohes Interesse daran, die Wirtschaftsbund-Posten - auch Generalsekretär Kurt Egger dürfte gehen - schnell neu zu besetzen. Der Wirtschaftsbund-Chef würde dann wohl auch WKO-Chef. Es gibt zwar Überlegungen, die Ämter zu trennen - Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) würde dann den Wirtschaftsbund führen -, das würde aber zu neuem Konfliktpotential führen.
Bleibt Schultz im Sattel?
Naheliegend wäre die Interims-Chefin von WKO und Wirtschaftsbund, Martha Schultz, fest zu installieren. Sie gilt als entscheidungsfreudig und ist eine "echte" Unternehmerin, was bei den Wirtschaftskammer-Mitgliedern gut ankommt. Ihre Tätigkeit im Seilbahn-Familienbetrieb müsste sie dann zwar zurückfahren, ihre Kinder könnten allerdings übernehmen.
Martha Schultz.
Gady und Ochsner als mögliche Nachfolger
Ebenso im Rennen für die Mahrer-Nachfolge ist der steirische Unternehmer Philipp Gady. Er hat allerdings erst heuer sein Amt als WKÖ-Vizepräsident zurückgelegt. Zudem hat er gerade seine Firma ausgebaut und Kinder. Ein Sprung an die Spitze der Wirtschaftskammer wäre allerdings reizvoll. Außenseiterchancen werden ihm jedenfalls zugesprochen.
Philipp Gady.
Eine weitere heiße Personalie um den Spitzenposten ist der Industrielle Karl "Kari" Ochsner. Er ist Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich.
Karl Ochsner.
In der Debatte um die Nachfolge werden auch Oberösterreichs Kammer-Chefin Doris Hummer sowie Vorarlbergs Kammer-Präsident Karl-Heinz Kopf genannt. Sie gelten allerdings eher als unwahrscheinlich.