Jan Marsalek: BVT-Beamte sollen für Wirecard-Vorstand spioniert haben

Nächste Festnahme

Wirecard-Krimi: BVT-Beamte vom Dienst suspendiert

Der Beamte wurde wegen Verrat von Staatsgeheimnissen und Missbrauch der Amtsgewalt gestern festgenommen.

Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek (Bild oben) wird wegen Betrugs in Milliardenhöhe gesucht. ­Ex-FPÖ-Abgeordneter Thomas Schellenbacher und ein karenzierter sind bereits als Fluchthelfer verhaftet worden.

Gestern wurde ein weiterer BVT-Beamter wegen Verrat von Staatsgeheimnissen und Missbrauch der Amtsgewalt, aufgrund einer bestehenden Festnahmeanordnung der StA festgenommen. Er wird mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, wie Innenminister Nehammer gegenüber oe24 erklärt.

Nehammer verspricht "schonungslose Aufklärung"

"Die Causa Marsalek ist ein Kriminalfall, der seinesgleichen sucht. Die Ermittlungen laufen seit Monaten. Das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung haben hier hervorragende Arbeit in der Aufklärung dieser organisierten Kriminalität geleistet. Ich werde weiterhin dafür sorgen, die Rahmenbedingungen für eine schonungslose Aufklärung zu schaffen", sagt Innenminister Nehammer in einer Stellungnahme gegenüber oe24.

Nehammer: "Ich bin angetreten, den Verfassungsschutz neu aufzustellen und zu reformieren. Die Ermittlungserfolge, die nun zu mehreren Festnahmen geführt haben, zeigen einmal mehr wie wichtig es ist diesen Weg rasch fortzusetzen. Wir greifen konsequent durch und schaffen Schritt für Schritt durch die Aufklärung dieses Kriminalfalls einen sauberen Neustart für den Verfassungsschutz."

"Ich bedanke mich bei den Justizbehörden insbesondere der Staatsanwaltschaft Wien für die sehr gute Zusammenarbeit mit den Behörden des Innenministeriums. Es wurden im Zuge der Hausdurchsuchungen unzählige Beweismittel sichergestellt, die derzeit durch die ermittelnden Behörden akribisch ausgewertet werden. Jetzt gilt es entschieden den Weg der Aufklärung fortzusetzen", so der Innenminister. 

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BVT gerät immer mehr in Verruf

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gerät immer mehr in Verruf. Die jüngsten Enthüllungen wirken schier unglaublich: BVT-Mitarbeiter haben mutmaßlich für Russland spioniert, nebenberuflich für Wirecard gearbeitet und dessen Ex-Vorstand Jan Marsalek nach dem Zusammenbruch des Konzerns zur Flucht nach Weißrussland verholfen. Ebenfalls unter Verdacht steht ein früherer FP-Abgeordneter, dessen Mandat gekauft gewesen sein soll.
 
Alle drei wurden vorige Woche festgenommen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Der ehemalige BVT-Abteilungsleiter M.W., früher für "Informationsbeschaffung und Ermittlung" zuständig und Zeuge im Untersuchungsausschuss, soll gemeinsam mit dem früheren FP-Abgeordneten Thomas Schellenbacher die Flucht von Jan Marsalek vergangenen Sommer mit einem Privatjet von Bad Vöslau ins weißrussische Minsk orchestriert haben. W. wurde nach seiner Einvernahme wieder auf freien Fuß gesetzt. Schellenbacher befindet sich in U-Haft, weil gegen ihn in einer anderen Causa eine Anklage anhängig ist und daher "Tatbegehungsgefahr" vermutet wird.


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