Wer Putin als Gast einlädt, soll ihn auch zahlen

Das sagt ÖSTERREICH

Wer Putin als Gast einlädt, soll ihn auch zahlen

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Karin Kneissl sollte heute den schönsten Tag ihres Lebens feiern – stattdessen geht sie durch ein mediales Fegefeuer. Der „Star-Gast“ Wladimir Putin beschert ihr weltweit einen „Shit­storm“. Und das völlig zu Recht.

Kein Mensch weiß, welcher Teufel unsere Außenministerin geritten hat, den russischen „Diktator“, mit dem sie vorher fünf Minuten gesprochen hat, zu ­ihrer Hochzeit einzuladen. Noch dazu, nachdem sie zuvor betont hat, es handle sich um „eine private Angelegenheit“.

Wladimir Putin ist weder ein ­„enger Freund“ der offenbar PR-geilen Ministerin noch sonst irgendwie mit der Hochzeit verbunden.

Kneissl wollte mit dem Putin-Besuch ihre „private“ Hochzeit ­offenbar zu einer Polit-Show aufwerten. Motto: Seht mal alle her, ihr Strache- und Kurz-Bubis, wie wichtig und toll ich bin...

Putin dagegen hat als genialer Stratege die PR-Chance erkannt. Der Staatschef, der von Sanktionen und weltweiter Ächtung geplagt wird, kann jubilieren: Die Außenministerin jenes Landes, das die EU-Präsidentschaft (!) ­innehat, hofiert ihn, küsst ihn.

Natürlich ist es richtig, den absurden US-Sanktionen gegen Russland eine Absage zu erteilen. Wirtschaftlich ist es klug, rechzeitig zu Putins Freunden zu zählen.

Diplomatisch aber ist es indiskutabel, einen Polit-Tyrannen zu hofieren, der überall geächtet wird – weil er Tausende politische Gefangene hält, in Syrien Zehntausende Menschenleben am Gewissen hat, in der Ukraine das Völkerrecht bricht und im Verdacht steht, abtrünnige Spione zu vergiften.

Bleibt am Schluss nur die simple Frage: Wer zahlt das Putin-Spektakel, das satte 250.000 Euro ­Sicherheitskosten verursacht? Wenn die Hochzeit wirklich „privat“ ist, dann soll Kneissl das aus ihrer eigenen Tasche berappen.

Karin Kneissl sollte den Steuerzahlern wenigstens die Kosten für ihre PR-Show ersetzen – wenn sie schon dem ganzen Land Schaden zufügt.

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