FellnerLIVEBild | Karl-Heinz Grasser hat seine Sünden längst abgebüßt …

Das sagt ÖSTERREICH

Mikl-Erfolg wird zum Turbo für Kurz-Kurs

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Die Niederösterreich-Wahl gibt ziemlich genau die aktuelle Stimmung der Wähler in Österreich wieder. Sie war ein erster Test – sechs Wochen nach dem Start der neuen Regierung.

Johanna Mikl-Leitner hat der ÖVP zu einem Wahltriumph ­verholfen, wie ihn die kühnsten Optimisten der Kurz-Partei nicht erwartet haben. Die „Eiserne Lady“ ist in Rekordzeit zur „Landesmama“ geworden, hat die Herzen der Niederösterreicher erobert, alle Umfragen getoppt. Gleich beim ersten Antreten eine Absolute zu gewinnen, fast das Ergebnis von „Kaiser“ Pröll zu erreichen, macht die „Hanni“ jetzt zur starken Frau hinter ­Parteichef Kurz.

Für Sebastian Kurz ist der Triumph in NÖ der beste Rückenwind. Keine Partei hat derzeit auch nur annähernd die Wahlkampf-Power wie die ÖVP, ähnliche „Politstars“ wie die ÖVP – und vor allem die perfekte Po­sitionierung in der politischen Mitte, wie sie Kurz praktiziert.

Für die FPÖ ist das NÖ-Ergebnis eine erste Warnung, dass die Bäume des Erfolgs nicht in den Himmel wachsen. Natürlich stimmt: Viele Parteien hätten gerne eine „Niederlage“, bei der sich ihre Stimmen verdoppeln. Aber die Wahrheit ist auch: Die FPÖ war in NÖ drauf und dran, mehr als 20 % zu erreichen, vielleicht sogar die SPÖ zu überholen. Erst die Nazi-Affäre um das Germania-Liederbuch hat den Erfolgslauf der FPÖ gebremst.

Für HC Strache gilt jetzt: Er muss die FPÖ verstärkt in der Mitte positionieren, wenn er gleich stark wie Kurz sein will. Die Österreicher wollen keine Rechtsextremen – der Extrem-Burschenschafter Landbauer als Spitzenkandidat war eine Fehlentscheidung. Nur eine FPÖ der Mitte kann Nummer 1 werden.

Für die SPÖ ist das NÖ-Ergebnis zwar ein Plus – aber mit einem blauen Auge. Die SPÖ hat zwar zugelegt, aber selbst mit dem Glücksfall der Nazi-Affäre kaum Stimmen von potenziellen FPÖ-Wählern gewinnen können.

Christian Kern hat das Rezept, wie er Proteststimmen von frustrierten ÖVP/FPÖ-Wählern holen kann, noch nicht gefunden. Im Gegenteil: Kurz ist der Sieger dieses ersten Wahl-Tests, die FPÖ hat sich verdoppelt – Kern gerät immer stärker unter Druck.



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