Wählen die USA 2016 einen Clown?

Das sagt Österreich

Wählen die USA 2016 einen Clown?

Heute Nacht fällt die Vorentscheidung, ob die US-Bürger wirklich vorhaben, einen Clown zum Präsidenten zu wählen.

Wenn Donald Trump die erste Vorwahl in Iowa gewinnt, wird die politische Zukunft unseres Planenten – je nach Sichtweise – lustig oder tragisch.

Donald Trump ist der US-Doppelgänger von Richard Lugner: ein Baumeister mit großer Goschn, viel Schmäh, blutjungem Spatzi an der Seite, zugleich Clown und Nervensäge – politisch naiv, aber ein Rebell gegen alles und jedes. Im Gegensatz zu Lugner ist Trump freilich auch ein Hetzer – ein Scharfmacher gegen Einwanderer, gegen liberale Stars, gegen jeden Politiker.

Wer Trump wählt, tut das aus Frustration und Protest gegen das Establishment: Lieber einen ahnungslosen Baumeister ins Weiße Haus, der wenigstens weiß, wie man Hochhäuser baut und Millionen verdient, als noch einmal einen Berufs-Politiker, der von faulen Kompromissen lebt. Jede Stimme für Trump ist eine Watsche für die traditionelle Politik – „fuck them“!

Eigentlich könnten die Amerikaner mit der Politik von Obama zufrieden sein: Die Wirtschaft boomt, das Silicon Valley regiert die Welt, die Kriege sind beendet, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch stattdessen steigt die Wut gegen Washington. Die Kluft zwischen Reich und Arm wird immer größer. Der typische Ami ist 2016 ein Wut-Bürger.

Aus dieser Wut ist bei uns das Phänomen Stronach entstanden. Trump ist nicht nur das Double von Lugner, er ist auch die rechtsextreme Ausgabe von Stronach. Die Frage ist nur: Wird „The Donald“ von den US-Medien so rasch entzaubert wie „The Frank“ zuletzt in Austria?

Ähnlich spannend wird das Duell auf der Seite der Demokraten. Dort tritt die ideale Kandidatin des Establishments, Hillary Clinton, gegen Links-Rebellen Bernie Sanders an. Auch hier wird sich zeigen, ob eine „klassische Politikerin“ wie Hillary 2016 noch Wahlen gewinnen kann.

Hillary Clinton wäre natürlich die beste Präsidentin für die USA – und Trump ein Albtraum. Aber vielleicht braucht es ja mal einen Albtraum im Weißen Haus, damit eine neue Form der Politik entstehen kann.

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