Warum Kurz auch 2018 nicht zu schlagen ist

Das sagt ÖSTERREICH

Warum Kurz auch 2018 nicht zu schlagen ist

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner.

Genau ein Jahr ist es her, seit diese Republik politisch umgedreht wurde. Von Rot auf Schwarz, von Großer Koalition auf Schwarz-Blau.

Der Polit-Newcomer Christian Kern hat damals alles falsch gemacht – und das Kanzleramt wie im Casino verspielt. Er negierte den Rat seiner Berater, schon ein Jahr zuvor (damals noch gegen Mitterlehner) in Neuwahlen zu gehen, er verwarf eine exzellente Wahlkampf-Strategie von Thomas Drozda und setzte auf den kriminellen Silberstein, er benahm sich wie eine „Prinzessin“ und legte sich im Finish mit ÖSTERREICH und oe24 an. Kern hat keine Dummheit ausgelassen – rechtzeitig zum Jahrestag ist er Geschichte.

Sebastian Kurz dagegen hat alles richtig gemacht. Er schickte Django ins Ausgedinge, ging mutig in Neuwahlen, löste die alte ÖVP auf, machte daraus eine Bewegung, in der ER das Sagen hat – und wagte die Befreiung aus der Fessel der Großen Koalition, den Absprung in eine schwarz-blaue Koalition.

Das Phänomen an dem 31-jährigen „Wonderboy“: Kurz hat in den 365 Tagen so gut wie keinen Fehler gemacht. Er agiert trotz seiner Jugend voll Routine, wird zum EU-Staatsmann – zum weltweiten Polit-Star, um den uns viele beneiden.

Die Regierung Kurz-Strache hat im Prinzip eine Erfolgsbilanz vorzuweisen: Vom Familien-Bonus bis zur Digital-Ansage für die Schulen ist in diesem Jahr mehr passiert als in rot-schwarzen Jahrzehnten. Kurz wandelt auf den Spuren von Bruno Kreisky, seinem großen Vorbild – als Reform-Kanzler, als Außenpolitiker, als Polit-Idol.

Was man kritisieren muss: Die schwarz-blaue Koalition ist zu weit nach rechts gerückt. Viele Sicherheits-Gesetze – obwohl richtig gedacht und im Sinn der Wähler – sind überzogen.

Jeder Versuch von Kurz, „seine“ Regierung mehr in der politischen Mitte zu positionieren, scheitert an extrem rechten „Attacken“ der FPÖ auf die Medienfreiheit, auf die Fairness.

Vielleicht wäre heute – nach dem Reform-Turboschub der FPÖ – eine Koalition zwischen Kurz und Rendi-Wagner das bessere Polit-Modell. Moderner, sozialer, menschlicher.

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