Alexander Wrabetz

Das wird neu

Wrabetz: Neue ORF-Pläne

Der wiedergewählte ORF-Generaldirektor im Interview mit ÖSTERREICH.

Alexander Wrabetz hat diese Woche den Hattrick geschafft. Er wurde als Erster zum dritten Mal in Folge zum ORF-General gewählt. Allerdings mit seiner bisher knappsten Mehrheit. 18:15 gegen den starken Gegenkandidaten Richard Grasl . Im Interview mit Isabelle Daniel spricht Wrabetz über seine Pläne für die nächsten fünf Jahre.

ÖSTERREICH: Sie hatten in ÖSTERREICH vor Ihrer Wiederwahl gesagt, Sie hätten die ORF-Gebühren stets unter der Inflationsrate erhöht. Das wird dieses Mal nicht gelingen, oder?

Alexander Wrabetz: Wir erstellen derzeit die mittelfristige Finanzplanung, also das Budget. Bis Herbst werden wir dann entscheiden, ob wir die Gebühren erhöhen müssen, ob wir sie gleich lassen oder senken können.

ÖSTERREICH: Wir wissen, dass eine Senkung ausgeschlossen ist, und eine Erhöhung nötig.

Wrabetz: Im Herbst, wenn die Finanzplanung erstellt ist, können wir mehr sagen.

ÖSTERREICH: Sie haben in Ihrem Konzept Neuerungen für ORF1 angekündigt. Wie sollen die konkret ausschauen?

Wrabetz: Wir haben einiges geplant. Unter anderem wird ORFeins eine neuartige Info-Show mit interaktiven Elementen erhalten. Nach der Direktorenbestellung am 15. September kann ich Ihnen mehr verraten. Denn die konkreten Details werden die Direktoren und ihre Teams ausarbeiten. Die Sendung wird nicht vor 2017 kommen.

ÖSTERREICH: Sie hatten vor der Wahl gesagt, dass Sie Richard Grasl, wenn er gegen Sie kandidieren würde, nicht mehr ins Direktorium holen würden. Aber gilt das auch noch nach der Wahl?

Wrabetz: Ich hatte gesagt, dass er dann nicht in der selben Position dem Direktorium angehören könnte. Aber jetzt warten wir erst einmal die Bewerbungen ab.

ÖSTERREICH: SP-Geschäftsführer Niedermühlbichler triumphierte nach Ihrer Wahl öffentlich, dass dies ein Sieg gegen Schwarz-Blau sei. Hat er damit nicht SPÖ-Postenschacher öffentlich zugegeben?

Wrabetz: Ich wurde – zwar nicht mit so großer Mehrheit wie gehofft – aber doch mit breiter Mehrheit gewählt. Entscheidend ist, dass wir jetzt aus dieser Polit-Debatte herauskommen, die die Zuseher nur verunsichert. Ich rede auch mit ÖVP- und FPÖ-Stiftungsräten, und möchte, wie in der Vergangenheit, Entscheidungen für den ORF mit großer Zustimmung finden.

ÖSTERREICH: Sie wollen ÖVP und FPÖ wieder einbinden?

Wrabetz: Natürlich. Alles andere wäre auch schlecht für das Unternehmen. Aber ich werde sicher keine dementsprechenden Personalpakete schnüren.

ÖSTERREICH: Werden Sie diesmal den Frauenanteil in Ihrem Direktorium erhöhen?

Wrabetz: Es ist mir ein wichtiges Anliegen auf Ebene der zentralen Direktoren, der Landesdirektoren und Channel-Manager den Frauenanteil substanziell zu erhöhen.

ÖSTERREICH: Grasl hatte ein elaboriertes Konzept für den ORF vorgestellt. Werden Sie Ideen von ihm aufgreifen?

Wrabetz: Wir haben ja in einigen Punkten in unseren Konzepten übereingestimmt. Und da soll ruhig einiges einfließen. Es wäre ja dumm gute Ideen abzulehnen, nur weil sie in einem anderen Bewerbungskonzept standen. Es werden sicher auch Ideen von Grasl, neben jenen von mir und anderen Direktoren Einzug finden. Er hat unter anderem auch einige realisierbare Sparvorschläge gemacht. Und, dass wir sparen müssen, ist klar.

ÖSTERREICH: Wird Thomas Prantner Online-Chef bleiben?

Wrabetz: Prantner hat in seiner Abteilung gute Arbeit geleistet aber der Online-Bereich wird neu geordnet und dann wird man sehen, ob er sich für eine der neuen Funktionen bewirbt.

Interview: 
Isabelle Daniel

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