ORF-Putsch

So lief die ORF-Wahl

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Acht Stunden Macht-Poker und ein Sieger: So wurde Alexander Wrabetz zum ORF-Chef

Der schwarze ÖVP-Stiftungsrat Kurt Bergmann hatte Donnerstag kurz vor 18.00 Uhr ein schweres Los: Er musste die Wahl von Alexander Wrabetz zum neuen ORF-Generaldirektor offiziell verkünden. Pikantes Detail: Nicht nur die Regenbogen-Koalition aus rot, blau, grün und orange hatte für Wrabetz gestimmt, sondern auch zwei schwarze Stiftungsräte: Neben Thomas Uher votierte auch der ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler für den Lindner-Rivalen. Noch wenige Stunden davor hatte Fiedler lakonisch gemeint: „Ich fürchte, ich werde lange nicht mehr lachen. Am Abend werde ich wohl einen Schnaps brauchen.“

Lindners Ende: Aus nach einstündigem Hearing
Von zehn Uhr Vormittag bis kurz nach 17.30 Uhr hatte das Hearing im großen Sitzungssaal des ORF-Zentrum, gedauert. Drinnen dicke Luft. Draußen gespannte Atmosphäre. Zuerst marschierten die Außenseiter Helmut Brandstätter, Rudi Klausnitzer, Viktoria Kickinger und Wolfgang Lorenz zum Kreuzverhör der 35 Stiftungsräte, als Vorletzte nahm Titelverteidigerin Monika Lindner am heißen Stuhl Platz, zuletzt ging Herausforderer Alexander Wrabetz ins Rennen. Schnell deutete alles darauf hin, dass er am Ende des Tages als Erster ins Ziel gehen würde. Denn Monika Lindner habe bereits bei ihrer Anhörung mutlos gewirkt: „Sie hat sehr defensiv vorgetragen, da war kein Feuer“, berichtet der freiheitliche Stiftungsrat Peter Fichtenbauer. Kurz nach Ende der Hearings zogen sich die Stiftungsräte zu einer Telefonrunde zurück, um mit ihren Parteizentralen letzte Details abzusprechen. Dann die Abstimmung: 20 Stimmen für Wrabetz, nur 12 für Lindner, zwei für Lorenz, eine Enthaltung.

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