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Spanien-Coach mahnt nach Auftakt-Gala zur Vorsicht

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Eindrucksvoller kann ein WM-Vorrundenspiel kaum ausfallen.

 Beim 7:0-Auftaktsieg über Costa Rica glänzte Spanien am Mittwoch mit Spielfreude, Passkaskaden und Toren, mehrere bemerkenswerte Statistiken waren die Folge. Was der Kantersieg gegen die heillos überforderten "Ticos" wirklich wert ist, wird sich freilich erst am Sonntag gegen Deutschland zeigen. "Lob schwächt, das wissen wir. Aber wir werden nicht darauf hereinfallen", versprach denn auch Spaniens Coach Luis Enrique.

Der einseitige Auftritt in Doha brachte den höchsten spanischen Sieg der WM-Geschichte und die deutlichste Niederlage Costa Ricas überhaupt. Nur sechsmal seit 1930 konnte eine Mannschaft einen noch klareren WM-Sieg feiern. Die Spanier beendeten die Partie mit 1.003 erfolgreich abgeschlossenen Pässen - gegenüber 170 von Costa Rica, das keinen einzigen Schuss aufs spanische Tor zuwege brachte. Gemäß der Statistiker von Opta war das zuletzt 1990 der Fall, als ebenfalls Costa Rica gegen Brasilen ohne Abschluss blieb. Die haushohe Dominanz drückte sich auch im Ballbesitz aus. Laut Opta war das Spielgerät während 81,8 Prozent der Zeit in den Reihen der "Furia Roja". Ein Rekord, seit diese Statistik (1966) geführt wird.

Die spanischen Medien gerieten angesichts des Auftritts des einfachen Welt- und dreifachen Europameisters mit seinen herausragenden Barcelona-Jungstars Gavi, gerade 18, und Pedri, der am Freitag 20 wird, ins Schwärmen. Gavi machte sich mit 18 Jahren und 110 Tagen zum jüngsten WM-Torschützen seit Pele 1958 (17 Jahre und 249 Tage). "Historische Vorstellung" titelte "Marca". "Spanische Sinfonie", lautete der Kommentar bei "Mundo Deportivo". Das Portal twitterte schon unmittelbar nach dem Schlusspfiff: "In Deutschland rufen sie Hilfe." Die Presse berichtete auch vom Besuch des spanischen Königs in der Kabine. "Noch nie habe ich so ein Spiel erlebt, mit so einem Ergebnis. Das Ergebnis ist wichtig, aber die Seleccion so spielen zu sehen, war ein wahrer Genuss", sagte Felipe VI. demnach.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im nächsten Spiel gegen Deutschland antreten, und Deutschland muss gewinnen", mahnte Enrique dazu, kühlen Kopf zu bewahren "Ich weiß nicht, ob wir WM-Favorit sind, aber wir haben sicherlich gute Chancen. Wir haben große Lust, etwas Großes zu schaffen", erklärte Doppel-Torschütze Ferran Torres. Auch er hatte großen Anteil daran, dass Spanien als erst sechste Nation nach Brasilien, Deutschland, Argentinien, Italien und Frankreich die Marke von 100 WM-Toren überbot und nun bei 105 Treffern hält.

Für Costa Rica um Tormann-Routinier Keylor Navas ist der Traum von der Wiederholung des sensationellen Viertelfinal-Auftritts als Außenseiter 2014 bei der WM in Brasilien wohl ausgeträumt. Auch wenn Verteidiger Kendall Waston Durchhalteparolen ausgab: "Wir dürfen nicht in Ohnmacht fallen und glauben, dass alles vorbei ist. Es gibt noch zwei Spiele." Coach Luis Suarez steht vor den weiteren Partien gegen den sensationellen Deutschland-Bezwinger Japan und der DFB-Auswahl aber vor einer Herkulesaufgabe: "Ich mache mir wirklich Sorgen, dass mein Team dieses schreckliche Resultat nicht verarbeiten kann."