Alexander Lukaschenko und Läuferin Kristina Timanowskaja

Neue Details im Fall Timanowskaja

Diktator drohte Sportlern schon vor Olympia-Start

Der Fall der belarussischen Olympia-Athletin Kristina Timanowskaja sorgt international für Aufsehen. Nun kommen neue Details ans Tageslicht.

Timanowskaja sollte nach kritischen Äußerungen über Sportfunktionäre ihres autoritär geführten Heimatlandes mutmaßlich aus Tokio entführt werden. Mittlerweile steht die 24-Jährige unter dem Schutz der japanischen Polizei und soll demnächst nach Polen ausreisen. Warschau hat der belarussischen Olympionikin Kristina Timanowskaja nämlich ein humanitäres Visum ausgestellt. Die Athletin "steht bereits in direktem Kontakt mit polnischen Diplomaten in Tokio", erklärte Polens stellvertretender Außenminister Marcin Przydacz am Montag auf Twitter. "Sie hat ein humanitäres Visum erhalten."

Auch Österreich wäre bereit gewesen, Kristina Timanowskaja aufzunehmen. Außenminister Alexander Schallenberg sagte laut einem Newsletter der Tageszeitung "Die Presse": "Wir haben sie erwartet. Es liegt an ihr, wofür sie sich entscheidet." Die österreichische Botschaft in Tokio sei darauf eingestellt gewesen, der Leichtathletin zu helfen. Doch Timanowskaja habe sich nicht gemeldet. "Österreich duckt sich nicht weg", insistierte Schallenberg demnach.

Diktator Lukaschenko übt Mega-Druck aus

Ein Mitschnitt aus einer Rede von Diktator Alexander Lukaschenko zeigt, welch enormer Druck auf die weißrussischen Olympia-Athleten liegt. Das Video soll um den 23. Juli entstanden sein, dem Tag des Beginns der Olympischen Spiele in Tokio. Darin droht Lukaschenko allen Olympia-Teilnehmern seines Landes.

Der Diktator wörtlich: „Wenn es in Tokio nicht die Resultate im Sport gibt, werden wir die Offiziellen und die Angestellten nicht behalten.“ Man gebe viel Geld für die Olympia-Delegation aus, so Lukaschenko vor schweigenden Funktionären. Seine unmissverständliche Drohung an alle Teilnehmer der Spiele: „Wenn Sie dorthin als Touristen gehen und ohne etwas zurückkommen, kommen Sie besser gar nicht ins Land zurück.“