Eltern jubelten auch

Diese Olympia-Stars haben das Gold-Gen

Eine Goldmedaille in der Vitrine, eine Olympia-Urkunde am WC oder Anekdoten der Eltern: Einige ÖOC-Hoffnungen im 115-köpfigen Aufgebot für die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo haben das Olympia-Gen bereits als Kind mit auf den Weg bekommen. 

In Italien wandeln unter anderem Skirennläuferin Nina Ortlieb, Langläuferin Teresa Stadlober, die Biathleten Simon Eder und Anna Gandler, Rodlerin Hannah Prock oder Bobpilotin Katrin Beierl auf den Spuren ihrer Eltern.

Nina Ortlieb hatte ihr großes Ziel immer vor Augen. "Prinzipiell hat mir immer geholfen, als kleines Kind die Olympiamedaille daheim zu sehen", sagte die Tirolerin in Bezug auf die Abfahrts-Goldene von Papa Patrick Ortlieb in Albertville 1992. Diese Medaille habe sie seit ihrer Kindheit motiviert. "Ich hoffe, dass mir das auch gelingt. Mein erster WM-Auftritt hat sehr gut geendet", betonte die Abfahrts-Vizeweltmeisterin von 2023. Das Erfolgsgeheimnis bei Olympischen Spielen muss die 29-Jährige aber erst herausfinden. "Ich muss noch nachfragen. Aber ich werde die Erste sein, der er es verrät. Sonst haben wir familiäre Probleme", sagte sie und lachte.

Gandler mit Vorfreude auf "Familien-Battle"

Für Biathletin Anna Gandler beginnt in Antholz das "Familien-Battle" mit ihrem Vater. Denn Markus Gandler holte 1998 in Nagano Olympia-Silber im Langlaufen, fast drei Jahrzehnte später soll die Medaillensammlung der Familie Gandler im Idealfall erweitert werden. "Die Latte liegt hoch", sagte die Tirolerin vor ihrem Olympia-Debüt. Aber Druck vom Papa, der sie auch persönlich vor Ort unterstützen wird, gebe es keinen, betonte die 25-Jährige. Ganz im Gegenteil: "Er hat mir sehr viele Tipps gegeben. Er ist einer, der mich ein bissl runterholt und auch mal sagt: 'Anna, ruhig, du hast es drauf.'"

Ähnlich wird sich Rodlerin Hannah Prock fühlen, die Tochter von Markus Prock. Der ÖRV-Verbandspräsident war selbst erfolgreicher Olympia-Medaillenhamster, gewann zweimal Silber und einmal Bronze. Mit ihrem Vater hat Hannah Prock viel gemeinsam, etwa den Ehrgeiz, die Motivation, das Dranbleiben und die Disziplin, wie die Tirolerin erklärte. "Wir können beide auch sehr locker drauf sein."

Familie Stadlober vielseitig engagiert

Die Familie Stadlober wird bei den Winterspielen auf mehreren Ebenen aktiv sein. Langläuferin Teresa hofft auf Edelmetall, Bruder Luis ist als ORF-Experte dabei, Papa Alois als ÖSV-Langlaufchef und Roswitha Stadlober hat als ÖSV-Präsidentin alles im Blick. "Die Mama hat bei Olympia den meisten Stress, weil sie überall auftauchen muss", sagte Teresa Stadlober und grinste. Spannend werde es nach der sportlichen Karriere. "Wenn keiner mehr von uns zu den Olympischen Spielen fährt, ich in Ski-Pension bin und die anderen zwei auch in Pension sind. Da ist die Frage, wie das Leben dann ausschaut", blickte die Salzburgerin in die Zukunft.

Katrin Beierl hat ebenfalls familiären Bezug zu Olympia. Mutter Ulrike Beierl war unter ihrem Mädchennamen Kleindl Hürdensprinterin und 1988 in Seoul Olympia-Teilnehmerin im Weitsprung. Vater Michael Beierl war österreichische Spitze im Hammerwurf und zudem für kurze Zeit Bremser in einem Bob. "Von der Mama ist die Olympia-Urkunde immer ganz präsent am Klo gehangen", erzählte Beierl über ihre früh verstorbene Mutter.

Eder auf den Spuren seines Vaters

Biathlet Simon Eder trat indes in die Fußstapfen seines Vaters. Alfred Eder ist mit sechs Olympia-Teilnahmen (1976, 80, 84, 88, 92, 94) gemeinsam mit Prock, ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher und Snowboarder Andreas Prommegger Österreichs Rekord-Teilnehmer bei Winterspielen. In der Familie Auer fuhren gleich drei Generationen Skeleton. Florian Auer führt das Vermächtnis von Großvater Ernst und Vater Christian weiter, der ebenfalls schon bei Olympia im Eiskanal an den Start ging.

Aus einer wahren Sportler-Familie stammt Skeleton-Pilot Samuel Maier. Vater Manfred Maier war einst Bobpilot und Nationaltrainer, nun ist er Generalsekretär im Verband. Bruder Benjamin Maier startete dreimal bei Olympia im Bob, Bruder Raphael Maier einmal in Sotschi im Skeleton. "Ich habe immer auf die Brüder aufgeschaut und sehr viel übernommen", erzählte der Tiroler. Er habe ihnen lange nachgeeifert, seit vier Jahren gehe er aber seinen eigenen Weg. "Das war ein wichtiger Schritt für mich, dass ich aus dem Schatten meiner älteren Brüder rauskomme. Aber ich bin schon sehr dankbar, ich habe sehr viel von ihnen gelernt."

Rettenegger-Brüder und Feurstein-Cousins mit Olympia-Debüt

Auf familiären Support untereinander können die Rettenegger-Brüder, die Feurstein-Cousins und das Ehepaar Payer setzen. Für Stefan und Thomas Rettenegger ist es etwa "eine richtige Ehre", gemeinsam in der Nordischen Kombination erstmals unter den Ringen antreten zu dürfen. "Das mit dem kleinen Bruder zu erleben, ist schon lässig", sagte Thomas Rettenegger. Stefan Rettenegger findet es "sehr cool", mit seinem um zwei Jahre älteren Bruder auf Medaillenjagd zu gehen.

Die Skirennläufer Patrick und Lukas Feurstein feiern ebenfalls gemeinsam ihr Olympia-Debüt. "Es ist eigentlich unglaublich, dass zwei aus unserer Familie dabei sind", sagte Technik-Spezialist Patrick Feurstein. Das sei für die ganze Familie "brutal schön", betonte der Vorarlberger aus Mellau im Bregenzerwald. "Der Ort wird sich auch freuen", ergänzte Lukas Feurstein. "Eine ganz eine spezielle Geschichte."

Payer hofft auf dritten Anlauf

Für die Snowboard-Familie Payer soll es im dritten Anlauf endlich mit dem ersten gemeinsamen Olympia-Start klappen. Zweimal wurde Sabine Payer (damals Schöffmann) kurzfristig zum Zuschauen gezwungen, 2018 wegen eines Schienbeinbruchs und 2022 wegen Corona. "Jetzt haben wir auch geheiratet, dann wird es auch hinhauen", sagte die Kärntnerin mit Blick auf die Hochzeit mit ihrem langjährigen Partner Alexander Payer im Sommer 2024. Ein Ehepaar im ÖOC-Aufgebot bilden zudem Eisschnellläuferin Vanessa und ihr Coach Thomas Herzog. Im Snowboardsport sind Anna Gasser und Clemens Millauer seit Jahren liiert. Skispringerin Lisa Eder erlebt Olympia unterdessen ohne Freund Manuel Fettner, der es nicht ins ÖSV-Team schaffte.

Mit Claudia Riegler (52) und Manuela Riegler (51) ist auch ein routiniertes Duo im Einsatz. Claudia als aktive Snowboarderin und ihre jüngere Schwester im ÖSV-Medienteam in Cortina. Winterspiele ohne ihre Geschwister erleben hingegen die Rodler Selina Egle und Nico Gleirscher sowie Riesentorlauf-Weltmeister Raphael Haaser. Denn Ricarda Haaser verpasste anders als 2018 den Sprung ins ÖSV-Ski-Aufgebot. Madeleine Egle ist wegen dreier versäumter Dopingtests gesperrt, sie wird ihre Schwester aber wohl im Publikum unterstützen.

Pyeongchang-Olympiasieger David Gleirscher verpasste die Qualifikation im starken ÖRV-Team. "Ich bin glücklich, er ist nicht glücklich. Es ist leider so. Er kommt zuschauen und hoffentlich kann er mit uns eine Medaille feiern", sagte Nico Gleirscher über seinen Bruder. Olympia hat in der Familie Gleirscher eine lange Tradition, Papa Gerhard war dreimal unter den Ringen aktiv. Auch die Matt-Familie ist traditionell wieder vertreten. Peking-Team-Olympiasieger Michael Matt will im Slalom überraschen, sein Bruder Mario hatte vor zwölf Jahren in Sotschi im Stangenwald triumphiert. Mit Andreas Matt hat auch der dritte Bruder mit Ski-Cross-Silber in Vancouver 2010 eine Medaille geholt.

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