Dramatisches Finale auf dem Mailänder Eis: Die US-Eishockey-Frauen haben sich in einem packenden Endspiel gegen Titelverteidiger Kanada in der Verlängerung zur neuen Olympiasiegerinnen gekrönt.
Die US-Eishockey-Frauen haben sich am Donnerstag in Mailand zum dritten Mal in der Geschichte die olympische Goldmedaille gesichert. In einem hochspannenden Finale setzten sich die Weltmeisterinnen gegen den Dauerrivalen und Titelverteidiger Kanada mit 2:1 nach Verlängerung durch. Das Team von Trainer John Wroblewski musste dabei lange Zeit einem Rückstand hinterherlaufen, ehe ein später Kraftakt den Sieg gegen den Rekord-Olympiasieger ermöglichte.
Kanada schockt Favoritinnen in Unterzahl
Obwohl die US-Amerikanerinnen mit einer beeindruckenden Bilanz von sechs Siegen und 31:1 Toren ins Endspiel gestürmt waren, taten sie sich im Finale gegen die kanadische Defensive schwer. Zu Beginn des Mitteldrittels gingen die Kanadierinnen sogar in Unterzahl in Führung: Nach einem Konter von Laura Stacey umkurvte Kristin O'Neill die Torfrau Aerin Frankel und schob zum 1:0 ein (21.). Die USA brachten die gegnerische Torhüterin Ann-Renee Desbiens daraufhin lange Zeit kaum in Verlegenheit.
Späte Wende durch Kapitänin Knight
Erst im absoluten Finish zahlte sich der enorme Druck der US-Girls aus. Mit einer sechsten Feldspielerin anstelle der Torfrau gelang Kapitänin Hilary Knight (58.) der viel umjubelte Ausgleich, als sie einen Schuss von Laila Edwards entscheidend abfälschte. In der anschließenden Verlängerung war es Megan Keller (65.), die den Siegtreffer erzielte und den dritten Triumph eines US-Teams bei den bisher acht ausgetragenen Olympia-Turnieren seit 1998 perfekt machte.
Schweizer Bronze-Märchen wiederholt sich
Auch im Spiel um Platz drei gab es eine Entscheidung in der Verlängerung zu bejubeln. Die Schweiz sicherte sich durch einen 2:1-Sieg gegen Schweden die Bronze-Medaille. Den entscheidenden Treffer markierte Alina Müller, Stürmerin von Boston Fleet, lediglich 51 Sekunden vor dem Ende der Overtime. Nach der Führung der Schwedinnen durch Mira Jungaker (32.) hatte Sinja Leemann (36.) für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. Für die Schweizerinnen ist es nach Sotschi 2014 die zweite Medaille bei Olympischen Spielen.