Nichts wird aus der dritten Olympia-Medaille (nach Gold 2018 und 2022) für Snowboard-Queen Anna Gasser (34). Im Big-Air-Finale in Livigno blieb nur Platz 8.
Unsere Doppel-Olympiasiegerin patzte Montagabend in ihrer Paradedisziplin: Beim ersten Run stürzte die 34-jährige Kärntnerin, beim zweiten versemmelte sie die Landung. Damit lag Gasser nach zwei Versuchen nur auf Zwischenrang 12 - die Medaillenchance war dahin. Nach einem versöhnlichen 3. Versuch blieb Rang 8. Die erste Big-Air-Olympiasiegerin der Geschichte, die nicht Anna Gasser heißt, ist die Japanerin Kokomo Murase. Die 18-jährige Olympia-Debütantin Hanna Karrer landete in Livigno auf Platz zwölf.
Olympia-Debütantin Hanna Karrer (18) lag nach zwei Versuchen bereits weit hinter den Medaillenrängen, beim dritten Versuch stürzte sie und beendete das Finale als Zwölfte.
Mit einem weiteren Gold-Coup wäre Gasser zur ersten Snowboarderin avanciert, die bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen denselben Bewerb gewinnt. Dass ihr der Hattrick verwehrt bleibt, stand bereits nach dem zweiten von drei Sprüngen fest. Österreichs dreimalige Sportlerin des Jahres kam zum Auftakt beim Switch Frontside 1260 zu Sturz, stand damit bereits unter Druck. Gasser versuchte denselben Trick im zweiten Durchgang noch einmal, stand ihn zwar, landete aber erneut nicht sauber.
Die Medaille war bereits vor dem Finallauf außer Reichweite. Gasser eröffnete diesen mit einem Backside Doublecork 1080, vor dem sich die "Grande Dame" des Snowboard-Sports in die Kamera verbeugte. Für ihren aller Voraussicht nach letzten Big-Air-Sprung bei Olympischen Spielen erhielt die mit Abstand älteste Teilnehmerin am Zwölfer-Finale 76,25 Punkte. Am Ende kamen insgesamt 121,25 Zähler in die Wertung. Bei der von Gasser geförderten Steirerin Karrer, der jüngsten Athletin im gesamten österreichischen Olympia-Team, waren es nach Stürzen in den beiden abschließenden Sprüngen 89,00.
Generationswechsel: Gold für Murase (21)
Gold holte wie bei den X-Games Murase. Die 21-Jährige setzte sich in einem packenden Finale mit insgesamt 179 Zählern vor der Neuseeländerin Zoi Sadowski-Synnott (172,25) und der überraschend starken Südkoreanerin Yu Seung-eun (171) durch. Sadowski-Synnott hatte bereits vor vier Jahren in Peking hinter Gasser Silber im Big Air gewonnen. Gasser sportlich-fair: "Das Niveau ist gestiegen, ich freu mich, dass ich die Krone an die Jungen weitergeben durfte."
Gasser: "Ich hab alles riskiert und bin All-in gegangen"
Gasser, fünffache X-Games-Siegerin, war in der Saisonpause von einer im Juli erlittenen Schulterverletzung zurückgeworfen worden - der fehlende Aufbau hat am Montag sicher mitgespielt. Gasser: "Ich hab an meine Chance geglaubt und alles riskiert. Ich bin All-in gegangen, aber mir sind ein paar Wochen Vorbereitung dann doch abgegangen." Nachsatz: "Den letzten Sprung hab ich noch genossen, weil es um nichts mehr gegangen ist."
Ob die 34-jährige Kärntnerin ihre Karriere nach dieser Saison fortsetzen wird, hatte sie zuletzt offengelassen. Am Fuß der Schanze gab es im Finaldurchgang jedenfalls herzliche Umarmungen für ihre Konkurrentinnen.
Noch lebt die Hoffnung auf ein versöhnliches Olympia-Ende: Ab Montag startet Gasser in die Slopestyle-Quali. Das Finale steigt am Dienstag (17.2.). Gasser: "Vielleicht liegen mir die weiten Olympia-Bewerbe mehr."