US-Superstar Lindsey Vonn versetzt die Sportwelt in Staunen: Trotz eines am Freitag vor einer Woche erlittenen Kreuzbandrisses will die 41-Jährige bei den Olympischen Winterspielen an den Start gehen.
Die Hiobsbotschaft erreichte die Ski-Welt am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Cortina d’Ampezzo. Vonn bestätigte dort die schwere Knieverletzung, die sie sich bei einem heftigen Sturz in Crans-Montana zugezogen hatte. Doch statt eines Saison-Aus verkündete sie ihren Plan für die Spiele, die vom 6. bis 22. Februar stattfinden.
Härtetest auf der Tofana
Vonn erklärte, ihr Knie fühle sich stabil an und sie sei schmerzfrei. Bereits am Donnerstag zeigte sie in sozialen Netzwerken ein intensives Krafttraining, bevor es am Freitag zum ultimativen Härtetest auf die berühmte Tofana-Piste ging. Bei einem Tempo von 120 km/h im Abfahrts-Training hielt das linke Knie, das durch eine Schiene gestützt wurde, dem enormen Druck bei Sprüngen und Landungen stand.
Kritik von Medizinern
Die schier unglaubliche Leistung ruft jedoch auch Zweifler auf den Plan. Der Sportmediziner Brian Sutterer spekulierte öffentlich auf der Plattform X, ob Vonns Kreuzband eventuell schon vor dem Sturz geschädigt gewesen sei. Er argumentierte, dass der Körper bei einer chronischen Verletzung mehr Zeit habe, sich anzupassen. Ein Start unmittelbar nach einem frischen Riss sei bei einer Spitzensportlerin äußerst ungewöhnlich.
Vonn kontert Vorwürfe
Lindsey Vonn reagierte höchstpersönlich und spöttisch auf die Mutmaßungen des Arztes. Sie stellte klar, dass ihr Kreuzband bis zum vergangenen Freitag voll funktionstüchtig gewesen sei und nun zu „100 Prozent durch“ sei. Nur weil es unmöglich erscheine, bedeute es nicht, dass es nicht machbar sei. Damit untermauert die US-Amerikanerin ihren Ruf als Kämpferin, die sich ihren Olympia-Traum unter keinen Umständen nehmen lassen will.