Evans holt sich Gelbes Trikot im Zeitfahren

Tour de France

Evans holt sich Gelbes Trikot im Zeitfahren

Der Australier steht vor der letzten Etappe nach Paris praktisch als Toursieger fest.

Der Australier Cadel Evans hat nach dem entscheidenden Einzelzeitfahren die Führung in der Tour de France übernommen. Der 34-jährige Ex-Weltmeister und zweimalige Tour-Zweite fing auf der vorletzten Etappe der 98. Auflage am Samstag in Grenoble die vorangelegenen Luxemburger Brüder Andy und Fränk Schleck noch ab. Auf dem finalen Abschnitt nach Paris wird der Träger des Gelben Trikots traditionellerweise nicht mehr angegriffen, womit Evans unmittelbar vor seinem ersten Gesamterfolg im wichtigsten Radrennen der Welt steht.

Evans machte im Zeitfahren als Zweitplatzierter hinter dem Deutschen Tony Martin den Rückstand von 57 Sekunden auf Andy Schleck bzw. 53 auf Fränk Schleck noch locker wett. Andy Schleck, nun 1:34 Minuten hinter Evans, muss sich damit wohl zum drittel Mal in Folge mit dem zweiten Rang zufriedengeben. Sein älterer Bruder Fränk (+ 2:30 Min.) wird Rang drei belegen.

Für den ehemaligen Mountainbiker Evans, der 2001 und 2004 die Österreich-Rundfahrt für sich entschieden hatte, ist der Erfolg bei der Tour der erste Sieg bei einer der drei großen Landesrundfahrten.

Evans wollte sich noch nicht zum bevorstehenden Tour-Triumph äußern, bedankte sich stattdessen bei seinem heuer verstorbenen langjährigen Trainer Aldo Sassi. "Es ist soviel passiert in den letzten zehn Jahren, das macht das Ganze jetzt umso schöner. Wir sind immer noch nicht in Paris, es kann immer noch was passieren. Heute habe ich alles so gemacht, wie ich es mir vorgestellt habe. Es hat funktioniert", erklärte der ehemalige Mountainbiker, der 2001 zum Straßenradsport gewechselt war. In jenem Jahr feierte er bei der Österreich-Rundfahrt gleich seinen ersten Erfolg und gewann die Ö-Tour 2004 ein weiteres Mal.

Hinter dem bis zum Freitag im Gelben Trikot gefahrenen Franzosen Thomas Voeckler wurde Titelverteidiger Alberto Contador diesmal lediglich Fünfter. "Ich bin ganz zufrieden, ich habe ein gutes Zeitfahren abgeliefert. Natürlich wäre es gut, wenn ich auf das Podium gefahren wäre, aber man kann nicht immer so erfolgreich sein", sagte der im Zeitfahren drittplatzierte Spanier.