jan ullrich

Neue Hoffnung

Schweizer Lizenz für Jan Ullrich?

Darf Jan Ullrich 2007 doch professionell radfahren? Schweizer Verband will ihm eine Lizenz ausstellen.

Der des Dopings verdächtige Rad-Profi Jan Ullrich darf auf eine Fahrerlizenz für die Saison 2007 hoffen. "Wenn Ullrich einen Antrag stellt, wird er sie erhalten", erklärte Lorenz Schläfli, der Geschäftsführer von Swiss Cycling in der neuesten Ausgabe des Magazins "Sport Bild" . Der Schweizer Radsportverband ist für Ullrich zuständig, da der Tour-de-France-Sieger von 1997 in Scherzingen wohnt. Ullrich könne fahren, "wenn er eine Mannschaft hat", stellte Schläfli fest.

Sponsoren weg
Finanziell sieht die Zukunft für Ullrich dagegen nicht so gut aus. Die Agentur Sportfive stellt die Vermarktung des Radprofis bis auf weiteres ein, meldet das Wochenmagazin "W&V Werben & Verkaufen" in seiner neuen Ausgabe (Donnerstag). Grund dafür sei der anhaltende Doping-Verdacht gegen den Wahl-Schweizer. Erst im April 2006 hatte Sportfive einen Vermarktungsvertrag mit dem gebürtigen Rostocker geschlossen. Auch der Schweizer Uhrenhersteller IWC - Ullrichs größter Privatsponsor - zieht Konsequenzen aus den fortwährenden Doping-Vorwürfen und legt sein Sponsorship auf Eis. Der IWC-Vertrag läuft nach W& V-Informationen schon Anfang 2007 aus.

Mühsames Verfahren
Bisher galt eine Sperre Ullrichs durch den Schweizer Verband als sicher. Nun scheint man dort wegen des schleppenden Verfahrens unruhig zu werden. "Es tut sich nichts. Am Rande der WM hat sich nichts bewegt", kritisierte Schläfli. Er hatte vor mehr als vier Wochen die Ermittlungs-Unterlagen der Guardia Civil im Zusammenhang mit dem Fall des Doping-Arztes Eufemiano Fuentes an den Weltverband UCI zurückgeschickt.

"Seitdem habe ich nichts gehört. Ich benötige für ein Disziplinar-Verfahren oder eine Anklage beglaubigte Unterlagen. Das ist nun einmal in der Schweiz Gesetz. Aber es tut sich nichts. Wenn uns die UCI nicht hilft, hat sich die Sache erledigt. Im Moment haben wir in der Schweiz keinen Dopingfall, und es wird auch gegen keinen Fahrer mit einer Schweizer Lizenz ermittelt", sagte Schläfli.