Ski-Team nur noch Lazarett

Sechs Verletzte

Ski-Team nur noch Lazarett

Experten fordern nun sicherere Ski bei den Rennen.

Diese Pechsträhne nimmt einfach kein Ende: Erst am Mittwoch riss sich Benni Raich (32) beim Teambewerb der WM in Garmisch-Partenkirchen das vordere Kreuzband. Die Folge: Vorzeitige Abreise, OP, alle Medaillenhoffnungen zerplatzten wie eine Seifenblase.

Unfall-Serie: Schon sechs Verletzte seit Ende Jänner
Dann am Donnerstag der nächste Schock: Hannes Reichelt (er holte in Deutschland schon Silber im Super-G) wird beim Riesentorlauf nicht an den Start gehen können. Ursache: Schon beim Training am Mittwoch hatte er sich bei einem Sturz sein linkes Knie derart geprellt. Auch für den Salzburger ist die WM gelaufen.

Mit Hannes Reichelt fiel nun seit dem 20. Jänner gleich der sechste ÖSV-Fahrer in weniger als einem Monat aus. Und auch andere Nationen blieben nicht verschont. Am 15. Jänner stürzte in Wengen die deutsche WM-Hoffnung Stephan Keppler, ebenso wie der Schwede Patrik Järbyn. Nach dem Charmonix-Wochenende Ende Jänner verletzten sich neben Mario Scheiber und Georg Streitberger auch die Kanadier Manuel Osborne-Paradis und Ryan Semple.

Doch was steckt hinter der Verletzungsserie? Viele sind sicher: das Material. Denn holte Franz Klammer 1976 noch völlig ohne Taillierung am Ski Gold bei Olympia, sind die Ski in den vergangenen Jahren immer breiter und kürzer geworden. Erst in der Rennsaison 2007

2008 beschloss die FIS sogar eine neue Taillierung und eine niedrigere Standhöhe. Eigentlich sollten die Ski dadurch langsamer werden, das Gegenteil war der Fall.

Jetzt wird der Ruf nach einem veränderten Reglement immer lauter. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel fordert gegenüber ÖSTERREICH: "Die Ski müssen wieder schmäler und länger werden." Auch Skilegende Karl Schranz ist besorgt: "Bisher wollten wir immer schneller werden, aber davon müssen wir uns jetzt verabschieden. Die Gefahren sind zu groß. Die Taillierungen müssen endlich wieder zurückgehen."

Ex-Olympiasieger Hermann Maier ist sicher: "Spitzensport muss als Vorbild vorausgehen. Hier muss man den Hebel in puncto Sicherheit ansetzen." Er würde sich als Ex-Profi beratend bei den Diskussionen einbringen. Ob es allerdings bereits für die kommende Saison einen ­sichereren Ski geben wird, ist derzeit noch völlig offen.