Mexiko-Stadt sinkt jedes Jahr um 24 Zentimeter
Die Lage in Mexiko-Stadt spitzt sich dramatisch zu: Die Millionenmetropole sinkt jedes Jahr um bis zu 24 Zentimeter ab – ein Tempo, das selbst Fachleute alarmiert. Mit rund 23 Millionen Einwohnern gehört die Region zu den größten Ballungsräumen der Welt, doch der Untergrund, auf dem sie steht, wird zunehmend zum Problem.
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Boden ist instabil
Der Grund liegt in der Geschichte der Stadt: Mexiko-Stadt wurde auf dem ehemaligen Texcoco-See errichtet. Der weiche, wasserreiche Boden ist instabil – und wird durch massive Grundwasserentnahme zusätzlich geschwächt. Über Jahrzehnte hinweg haben Behörden und Bevölkerung große Mengen Wasser abgepumpt, während die Stadt immer weiter gewachsen ist. Die Folge: Der Boden verdichtet sich, die Oberfläche sackt ab.
Die Auswirkungen sind bereits heute sichtbar. Historische Bauwerke wie die Kathedrale im Zentrum neigen sich deutlich, Straßen reißen auf, und wichtige Infrastrukturen geraten unter Druck. Experten warnen, dass insbesondere U-Bahn-Systeme, Wasserleitungen und Abwassernetze langfristig schwer beschädigt werden könnten. Gleichzeitig verschärft das Absinken die ohnehin angespannte Wasserversorgung, da der Grundwasserspiegel weiter sinkt.
Zeit drängt
Neue Daten eines Satellitenprojekts der NASA liefern nun besonders präzise Einblicke. Mithilfe moderner Messtechnik lässt sich die Absenkung nahezu in Echtzeit verfolgen. Wissenschaftler hoffen, so gefährdete Gebiete genauer identifizieren und Gegenmaßnahmen gezielter planen zu können.
Doch trotz der technischen Fortschritte bleibt das Problem gewaltig. Ohne nachhaltige Lösungen für die Wassernutzung und Stadtentwicklung droht Mexiko-Stadt weiter abzusinken – mit weitreichenden Folgen für Millionen Menschen.