Rücksicht auf alle Kulturen: Schule streicht Weihnachtslieder

Shitstorm: "Wertezerfall"

Rücksicht auf alle Kulturen: Schule streicht Weihnachtslieder

Aus Rücksicht auf andere Kulturen wurden in einer Schule in St. Gallen einige Weihnachtslieder aus dem Adventprogramm gestrichen – Das Netz reagierte mit einem Shitstorm.

St. Gallen. Eine Schweizer Schule im Kanton St. Gallen streicht drei Weihnachtslieder aus ihrem Adventfeier-Programm. Die Weihnachtslieder "Go tell it on the mountain", "S grööschte Gschänk" und "Fröhliche Weihnacht überall" wurden aus dem Programm gestrichen. Der Grund: Es soll Rücksicht auf Schüler aller Glaubensrichtungen und Kulturen genommen werden – Dafür kassierten sie nun einen heftigen Shitstorm im Netz. 

Laut Berichten des Schweizer Online-Portals "20 Minuten" soll es bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Beschwerden, sowohl von muslimischen, als auch nicht muslimischen Eltern gegeben haben. Nach Bekanntwerden der Causa glühten die Internetleitungen heiß: Zahlreiche Nutzer echauffierten sich über die Entscheidung im Netz – Es wurde vom "Zerfall der westlichen Werte" und "Islamisierung" geschrieben. Die Schweizer Politikerin Elisabeth Schneider-Schneiter heizte dem entbrannten Shitstorm mit einem Twitter-Posting weiter ein. "Wie kann man den Kindern Halt geben, wenn man die eigenen Wurzeln verachtet?", so das Posting der CVP-Politikerin.

Die rechtspopulistische Partei SVP nutzte den Fall für "politische Werbung", berichtete das Schweizer "Tagesblatt". Die Mitglieder der Jugendfraktion teilten Kekse in der betroffenen Schule aus – "Klassische Weihnachtsnaschereien" mit der Botschaft, dass man sich für die christliche Kultur nicht schämen müsse. 
 

Auch Kritik der Koordination Islamischer Organisationen

Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen übte ebenfalls Kritik an der Entscheidung die Lieder aus dem Adventprogramm zu streichen. "Ich finde es bedauerlich, dass in einem christlichen Land keine christlichen Lieder mehr gesunden werden", sagte Afshar gegenüber "20 Minuten".

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