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Fischer besorgt

Algen-Plage: Meeresrotz macht Adria für Boote unbefahrbar

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Der Algenschleim in der Adria dehnt sich aus: Die Absonderung zieht im Mittelmeer immer mehr in Richtung Süden.

Der Algenschleim in der Adria dehnt sich aus. Die Absonderung von Algen, die zwar nicht gesundheitsgefährdend, aber für Badegäste unangenehm und für Fischer besonders schädlich ist, belastet jetzt nicht nur die norditalienischen Regionen, Friaul, Venetien und Emilia-Romagna. Das Problem hat sich zwischenzeitlich auch verstärkt in Richtung Süditalien ausgedehnt. Betroffen ist jetzt auch die Küste der Regionen Molise, Abruzzen und Apulien.

Meeresrotz
© Getty
× Meeresrotz

Die Lage habe sich durch die Hitzewelle der vergangenen Tage verschärft, meinte der Fischerverband Confcooperative Fedagripesca. Er fordert jetzt den Einsatz einer Expertenkommission, die die Entwicklung der Algenplage beobachte, sowie Stützungsmaßnahmen für die Fischer. Vor allem kleinere Boote könnten wegen des Schleims nicht einmal zum Fischen hinausfahren. Dieser behindert die Propeller und macht die Reinigung der mechanischen Elemente sehr schwierig. Beklagt werden auch Schäden an den Netzen.

Warnung vor übertriebener Sorge

Attilio Rinaldi, 18 Jahre lang Präsident des Meeresforschungszentrums der Stadt Cesenatico an der nördlichen Adria, warnt vor übertriebener Sorge. Algenschleim sei ein natürliches Phänomen, das auch in den vergangenen Jahrhunderten in der Adria aufgetreten und nicht mit Meeresverschmutzung verbunden sei. "Es gibt Zeugnisse der Präsenz von Algenschleim, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

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Warum sich der Schleim zu einem bestimmten Zeitpunkt bildet, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Es handelt sich aber um ein natürliches Phänomen, das von einer ungiftigen Mikroalge, Gonyaulax fragilis, verursacht wird, die eine gelartige Substanz freisetzt", meinte Rinaldi laut Medienangaben.

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Michele Gani vom Nationalen Institut für Ozeanographie und Geophysik in Triest (OGS) berichtet, dass der Algenschleim in der Adria seit den Jahren 2006 und 2007 noch nie so massiv aufgetreten sei. Was ihn genau verursacht, wird noch erforscht. Fest steht, dass der Regen der vergangenen Wochen viel Süßwasser ins Meer spülte. Das dürfte bei der Entstehung des Schleims mitgeholfen haben, denn der Salzgehalt im Wasser sei dadurch gesunken.

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