Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuertragödie mit Dutzenden Toten geendet.
Das Unglück löste bei Anrainern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. "Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" sind nach Polizeiangaben zudem rund 100 Menschen größtenteils schwer verletzt worden.
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Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.
Feuer löste Verpuffung aus
Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, bei einer Pressekonferenz sagte. Die Explosionen, von denen Anrainer berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.
"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", schilderte ein Anrainer dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um das Lokal auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt.
Opfer auch aus dem Ausland
Den Behörden zufolge stammen einige Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Ausland. Man arbeite mit den Botschaften zusammen. Weitere Angaben machten sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus Rücksicht auf die betroffenen Familien zunächst nicht. Österreicherinnen oder Österreicher waren nach derzeitigem Stand nicht unter den Opfern, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium in Wien.
Nach Angaben der Behörden ist bisher unklar, wie es zu der Katastrophe gekommen ist. Es werde Zeit brauchen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Schweizer Medien zufolge wurde das Feuer bzw. die Explosion womöglich durch den Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts ausgelöst.