Nach monatelanger Flucht stand der deutsche Neonazi Marla Svenja Liebich erstmals wieder öffentlich vor Gericht. Doch die Entscheidung über eine Auslieferung nach Deutschland lässt weiter auf sich warten.
Vor einem Gericht in der tschechischen Stadt Pilsen wurde nun über die mögliche Auslieferung von Marla Svenja Liebich verhandelt. Der Rechtsextremist sitzt seit Wochen in Tschechien in Haft, nachdem die Flucht vor einer Gefängnisstrafe im April geendet hatte.
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Bei dem Termin erschien Liebich auffällig geschniegelt und im Leopardenlook. Im Gerichtssaal ging es um die Frage, ob der 55-Jährige nach Deutschland überstellt werden soll.
Angst vor deutschem Gefängnis
Liebich wehrt sich gegen die Rückkehr nach Deutschland. Vor Gericht erklärte der Rechtsextremist, eine Unterbringung in einem Männergefängnis zu fürchten und verwies auf mögliche Diskriminierung. „Ich bin eine Frau“, argumentierte Liebich laut Berichten.
Für eine direkte Auslieferung wäre die Zustimmung des Angeklagten notwendig gewesen, diese blieb jedoch aus.
Verurteilung in Deutschland
In Deutschland war Liebich bereits 2023 wegen Volksverhetzung, Beleidigung und übler Nachrede zu einer Haftstrafe von eineinhalb Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Eigentlich hätte die Strafe schon im vergangenen Jahr angetreten werden sollen. Stattdessen tauchte der Rechtsextremist unter.
Erst Anfang April klickten in einem Dorf im Westen Tschechiens die Handschellen. Seitdem sitzt Liebich in Auslieferungshaft.
Entscheidung verschoben
Zu einer endgültigen Entscheidung kam es am Montag jedoch nicht. Nach längeren Wortmeldungen und Diskussionen wurde die Verhandlung vertagt. Das Gericht will nun Anfang Juni über die Auslieferung entscheiden.
Bis dahin bleibt Liebich vorerst weiter in einem Männergefängnis in Tschechien untergebracht. Berichten zufolge wurde bereits Beschwerde gegen die Haftbedingungen eingelegt.