Bei der Meisterfeier des FC Liverpool ist am Montagabend ein Auto in die Menschenmenge gerast und verletzte 47 Menschen, darunter vier Kinder. Zwei Personen, darunter ein Kind, wurden schwer verletzt.
Die Polizei nahm einen 53-jährigen Briten aus Liverpool fest, der offenbar zuvor eine Bar besucht hatte, wie "Daily Mail" berichtet. Das Geschehen wird nicht als terroristischer Akt eingestuft.
Ein dunkler Van fuhr am Montag gegen 18 Uhr (Ortszeit) in der Water Street in eine Menschenmenge. Wütende Fans attackierten das Fahrzeug, offenbar um den Fahrer zu stoppen. Dieser beschleunigte erneut und verletzt weitere Personen. Die Situation eskalierte binnen Sekunden. Schließlich wurde der Wagen gestoppt und von mehreren Polizisten umringt. Feuerwehrleute retteten vier Personen, darunter ein Kind, die unter dem Fahrzeug eingeklemmt waren.
Der Fahrer wurde nach dem Anhalten von wütenden Fans angegriffen und schließlich von der Polizei festgenommen. Erste Berichte deuten darauf hin, dass er möglicherweise einem Rettungswagen gefolgt war, um die Straßensperrung zu umgehen.
Der Ablauf des Vorfalls
Während die Polizei den Fahrer weiterhin befragt, hier der Ablauf des schrecklichen Vorfalls:
- Bis zu eine Million Fans säumten die Straßen, um Liverpools Titelgewinn zu feiern.
- Die Parade begann am Allerton Maze im Süden der Stadt und endete bei The Strand.
- Auf der Water Street, etwa 1,6 Kilometer (1 Meile) vor dem Ziel der Parade, brach Chaos aus.
- Der Liverpool-Bus hatte die Stelle gerade passiert, als ein Fahrzeug in die Menschenmenge raste.
- Ein 53-jähriger Brite aus dem Raum Liverpool wurde festgenommen, so die Polizei.
- 27 Personen wurden ins Krankenhaus gebracht, weitere 20 vor Ort behandelt.
- Vier Menschen, darunter ein Kind, wurden von der Feuerwehr unter dem Auto befreit.
- Die Polizei erklärte, der "schreckliche Vorfall" werde nicht als Terrorakt eingestuft.
Augenzeuge: "Leute haben geschrien, Kinder haben geweint"
Augenzeugen beschrieben die Szene als chaotisch. Menschen wurden durch die Luft geschleudert, Schreie erfüllten die Straße. Augenzeuge Les Winsper sagt gegenüber dem "Telegraph": "Ich glaube, dass er die Straße hinunterfahren wollte und dabei jemanden angefahren hat. Daraufhin hat die Menge versucht, die Fahrer- und die Beifahrertür zu öffnen. Ich glaube, dass er dann in Panik geraten ist und dann weiter durch die Menge gefahren ist. Die Leute haben geschrien, Kinder haben geweint. Es war eine furchtbare Szene."
© getty/apa
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Die Augenzeugin Natasha Rinaldi sagte gegenüber "Sky News": "Es war so laut, die Menschen klangen verzweifelt. Dann blickten wir aus dem Fenster und sahen, dass das Auto Menschen überfahren hatte. Die Leute rannten zum Auto und versuchten, in das Auto zu gelangen. Die Polizei tat alles, um sie davon abzuhalten."
Die Behörden lobten das schnelle Eingreifen der Rettungskräfte. Die Polizei bittet darum, keine Videos des Vorfalls in sozialen Netzwerken zu teilen, sondern diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen. Politiker, Liverpool FC und prominente Spieler zeigten sich tief betroffen.
Das sagt der FC Liverpool zu den schrecklichen Ereignissen
Der FC Liverpool schrieb am Abend via X: "Wir stehen bezüglich des Vorfalls, der sich heute gegen Ende der Pokal-Parade auf der Water Street ereignete, in direktem Kontakt mit der Polizei. Unsere Gedanken und Gebete sind bei denjenigen, die von diesem ernsten Zwischenfall betroffen sind. Wir werden die Rettungsdienste und die Behörden weiterhin unterstützen."
Der britische Premierminister Keir Starmer sagte am Abend: "Die Szenen in Liverpool sind entsetzlich. Meine Gedanken sind bei all den Verletzten und Betroffenen."
Das tragische Ereignis überschattete einen zuvor freudigen Tag mit bis zu einer Million Fans.
Der FC Liverpool feierte am Montag mit Fans in der Stadt den 20. Meistertitel, der bereits am 34. Spieltag (5:1 gegen Tottenham) gesichert wurde.