Ein Polit-Kracher von Uli Hoeneß sorgt für viel Wirbel: Der Bayern-Patron zeigt sich offen dafür, die AfD mitregieren zu lassen - um die Partei dann zu demaskieren.
Uli Hoeneß überrascht mit einer Haltung zur aktuellen Lage in Deutschland. Seine Begründung für eine mögliche Regierungsbeteiligung der Oppositionspartei lautet, dass sich diese endlich in der Praxis beweisen müsse. „Ich finde es ganz gut, wenn sie in dem einen oder anderen Land jetzt mal dran kommen. Dann kann man sie nämlich packen.“, so das Urteil des Fußball-Patrons im „Spiegel“.
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Abrechnung mit den Schaumschlägern
Bisher sieht der Ehrenpräsident die Funktionäre absolut kritisch: „Bis jetzt sind das alles Schaumschläger, die sich immer schön durchlavieren, aber noch nie bewiesen haben, dass sie es auch können“. Selbst vor einer absoluten Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt hat die Bayern-Legende keine Angst, da die Fraktion so am besten entzaubert werde. Er plädiere ohnehin dafür, die gesamte Gruppierung wegzuregieren, statt über Verbote nachzudenken.
Eine ganz klare Trennlinie
Trotz seiner unerwarteten Offenheit setzt die Sportikone unmissverständliche Grenzen. Er würde sich „total abgrenzen gegen alles Rechtsradikale, was in dieser Partei steckt“, betont er vehement. Besonders deutlich wird diese Abgrenzung bei Björn Höcke. Über den 54-Jährigen stellt er klar: „Leute wie Höcke würden mir nicht durch die Wohnungstür kommen.“
Unterstützung von unerwarteter Seite
Interessanterweise steht er mit dem Gedanken des parlamentarischen Austestens nicht allein da. Auch der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig von der SPD hält von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen für denkbar. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte Albig, es wäre womöglich einfacher, wenn Sozialdemokraten wie in Dänemark bei bestimmten Themen mit Rechtspopulisten zusammenarbeiten würden.
Für Mecklenburg-Vorpommern regt er an, dass Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach der Wahl erklären könne: „Ich suche mir meine Mehrheiten im Landtag je nach Thema.“